Sägewerk-Kapazitäten Deutschland Statistik Tabelle: Anzahl der Betriebe, Einschnittvolumen & Auslastung 2026

Die deutsche Sägeindustrie ist ein zentraler Bestandteil der Holz-Wertschöpfungskette. Sägewerke verbinden die Forstwirtschaft mit Bauwirtschaft, Verpackungsindustrie, Holzwerkstoffindustrie und weiteren Abnehmern. Für 2026 ist die Branche allerdings mit einer schwierigen Marktlage konfrontiert.

Dabei ist zwischen Anzahl der Sägewerke, tatsächlichem Einschnittvolumen, technischer Kapazität und Auslastung zu unterscheiden. Eine einheitliche amtliche Statistik mit einer aktuellen bundesweiten „Auslastungsquote aller Sägewerke“ für 2026 wird nicht veröffentlicht. Das Bundesministerium stellt jedoch Daten zur Schnittholzerzeugung und zum Rundholzverbrauch bereit, während Branchenverbände aktuelle Angaben zur wirtschaftlichen Situation liefern. (BMEL-Statistik)

Sägewerke Deutschland 2026: Die wichtigsten Kennzahlen

Die deutsche Säge- und Holzindustrie umfasst nach Angaben des Branchenverbandes DeSH mehr als 2.000 Unternehmen, rund 30.000 Beschäftigte und einen Jahresumsatz von bis zu 14 Milliarden Euro. Diese Zahl bezieht sich auf die Säge- und Holzindustrie insgesamt und nicht ausschließlich auf Sägewerke. (Holzindustrie)

Für statistische Produktionsreihen gelten zudem besondere Abgrenzungen: Die amtlichen Daten zur Schnittholzerzeugung erfassen Sägewerke ab einem Jahreseinschnitt von 5.000 m³ beziehungsweise seit 2009 Sägewerke mit mindestens zehn Beschäftigten. Dadurch sind kleinere Betriebe in bestimmten Statistiken nicht vollständig enthalten. (BMEL-Statistik)

Tabelle: Sägeindustrie Deutschland 2026 im Überblick

Kennzahl Wert bzw. Einordnung 2026
Säge- und Holzindustrie mehr als 2.000 Unternehmen
Beschäftigte Säge- und Holzindustrie rund 30.000
Umsatz bis zu 14 Mrd. € jährlich
Schnittholzproduktion 2024 23,20 Mio. m³
davon Nadelschnittholz 2024 22,40 Mio. m³
davon Laubschnittholz 2024 0,80 Mio. m³
Holzeinschlag Deutschland 2025 57,26 Mio. m³
davon Stammholz 2025 rund 32,0 Mio. m³
Produktionsentwicklung 2026 unter Druck
gemeldete mögliche Produktionsveränderung 2026 -9 bis -10 %
amtliche bundesweite Auslastungsquote 2026 nicht separat veröffentlicht

Die Produktionswerte für 2024 stammen aus der amtlichen beziehungsweise vom BMLEH zusammengeführten Statistik. Die Angaben zur möglichen Produktionsentwicklung 2026 stammen aus einer Branchenumfrage des DeSH und sind deshalb als Verbandseinschätzung und nicht als amtliche Prognose zu verstehen. (BMEL-Statistik)

Schnittholzproduktion in Deutschland

Die zuletzt vollständig verfügbaren Produktionsdaten zeigen die Größenordnung der deutschen Sägeindustrie. Im Jahr 2024 wurden nach der BMLEH-Statistik rund 23,201 Millionen m³ Schnittholz produziert.

Davon entfielen:

  • 22,400 Millionen m³ auf Nadelschnittholz
  • 0,801 Millionen m³ auf Laubschnittholz

Damit dominiert Nadelschnittholz die deutsche Produktion deutlich. Fichte, Tanne, Douglasie und Kiefer sind für die industrielle Sägeproduktion besonders wichtig. (BMEL-Statistik)

Tabelle: Entwicklung der Schnittholzproduktion

Jahr Schnittholz gesamt Nadelschnittholz Laubschnittholz
2019 rund 22–23 Mio. m³ überwiegend Nadelholz deutlich kleiner
2020 rund 24 Mio. m³ sehr hoher Anteil kleiner Anteil
2021 rund 24–25 Mio. m³ sehr hoher Anteil kleiner Anteil
2022 rund 24 Mio. m³ sehr hoher Anteil kleiner Anteil
2023 23,764 Mio. m³ 22,888 Mio. m³ 0,876 Mio. m³
2024 23,201 Mio. m³ 22,400 Mio. m³ 0,801 Mio. m³
2025 noch nicht vollständig in derselben Reihe verfügbar – –
2026 noch kein vollständiger Jahreswert – –

Die statistische Abgrenzung ist wichtig: Die Produktionsstatistik umfasst nicht jedes kleine Sägewerk. Für Sägewerke gelten in der Reihe besondere Erfassungsgrenzen. (BMEL-Statistik)

Warum die Zahl der Sägewerke schwer zu bestimmen ist

Die Frage „Wie viele Sägewerke gibt es in Deutschland?“ klingt zunächst einfach, ist statistisch aber komplizierter.

Ein kleines regionales Sägewerk mit wenigen Beschäftigten kann beispielsweise in einer allgemeinen Unternehmensstatistik erscheinen, während es in der traditionellen Produktionsstatistik der Sägeindustrie aufgrund der Erfassungsgrenze nicht berücksichtigt wird.

Deshalb können verschiedene Quellen unterschiedliche Betriebszahlen nennen. Für einen Vergleich über mehrere Jahre sollte immer dieselbe statistische Definition verwendet werden.

Das BMLEH weist in seinem Statistischen Jahrbuch unter anderem eine Tabelle zu „Unternehmen, Tätige Personen und Umsatz in der deutschen Holzwirtschaft und Papierindustrie“ sowie eine separate Tabelle zur Erzeugung von Schnittholz und anderen Holzhalbwaren aus. (BMEL-Statistik)

Einschnittvolumen: Wie viel Holz verarbeiten Sägewerke?

Das Einschnittvolumen beschreibt die Menge an Rundholz, die von Sägewerken verarbeitet wird. Es ist nicht identisch mit der produzierten Menge an Schnittholz.

Aus einem Kubikmeter Rundholz entsteht beispielsweise nicht ein Kubikmeter verkaufsfähiges Schnittholz. Beim Einschnitt fallen unter anderem Sägenebenprodukte wie Sägespäne, Hackschnitzel und Rinde an.

Für die gesamte Holzwirtschaft liefert der Holzeinschlag deshalb einen wichtigen Ausgangspunkt. 2025 wurden in Deutschland 57,26 Millionen m³ Holz ohne Rinde eingeschlagen. Davon waren rund 32 Millionen m³ als Stammholz vorgesehen. (Destatis)

Tabelle: Holzeinschlag als Rohstoffbasis der Sägeindustrie

Holzsortiment 2025 Menge
Gesamter Holzeinschlag 57,26 Mio. m³
Stammholz ca. 32,0 Mio. m³
Industrieholz ca. 11,8 Mio. m³
Energieholz ca. 10,7 Mio. m³
nicht verwertetes Holz ca. 2,7 Mio. m³

Nicht das gesamte Stammholz wird ausschließlich von Sägewerken verarbeitet. Ein Teil fließt beispielsweise in die Furnierindustrie oder andere Verwendungsbereiche. (BMEL-Statistik)

Fichte bleibt wichtigste Holzart

Die Verfügbarkeit von Fichtenholz hat für die deutsche Sägeindustrie eine besondere Bedeutung. 2025 wurden insgesamt rund 32,35 Millionen m³ Fichte, Tanne, Douglasie und sonstiges Nadelholz eingeschlagen. Davon entfielen etwa 21,56 Millionen m³ auf Stammholz. (Destatis)

Gleichzeitig ging der Einschlag dieser Holzartengruppe gegenüber 2024 deutlich zurück. Der Rückgang betrug 14,3 Prozent. Als wesentlicher Grund wird der stark gesunkene Schadholzeinschlag genannt. (Destatis)

Für Sägewerke entsteht daraus eine interessante Situation: Einerseits steht weniger Fichtenholz aus den Wäldern zur Verfügung als in den Jahren mit außergewöhnlich hohen Kalamitätsmengen. Andererseits hat sich die Versorgungslage nach Angaben des DeSH Anfang 2026 gegenüber dem Vorjahr verbessert. (Holzindustrie)

Sägewerksauslastung 2026

Eine der interessantesten Kennzahlen ist die Auslastung der vorhandenen Sägewerkskapazitäten.

Hier muss jedoch zwischen technischer Kapazität und tatsächlicher Produktion unterschieden werden. Ein Sägewerk kann beispielsweise theoretisch 500.000 m³ Rundholz pro Jahr einschneiden, tatsächlich aber aufgrund von fehlenden Aufträgen, Rohstoffmangel, Wartungen oder reduzierten Schichten deutlich weniger produzieren.

Eine aktuelle, amtlich veröffentlichte bundesweite Auslastungsquote für alle deutschen Sägewerke liegt für 2026 nicht vor. Deshalb wäre eine konkrete Prozentzahl für die gesamte Branche irreführend.

Der DeSH berichtete im Juni 2026 jedoch von erheblichem Produktionsdruck. Nach einer verbandsinternen Umfrage wurde für die Herstellung von Bauholz bei unveränderten Rahmenbedingungen ein weiterer Rückgang von 9 bis 10 Prozent erwartet. (Holzindustrie)

Tabelle: Faktoren der Sägewerksauslastung 2026

Faktor Entwicklung 2026 Auswirkung auf Auslastung
Baukonjunktur schwach negativ
Nachfrage nach Bauholz verhalten negativ
Rohstoffversorgung gegenüber Vorjahr verbessert teilweise positiv
Rohstoffpreise hoch negativ
Energiekosten hoch negativ
Exportmöglichkeiten durch Handelshemmnisse belastet negativ
Baugenehmigungen teilweise verbessert potenziell positiv
Wohnungsfertigstellungen weiterhin schwach negativ
Produktionskapazitäten umfangreich vorhanden Auslastungsdruck möglich

Die Bewertung basiert auf Branchenangaben und aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen; sie stellt keine amtliche Auslastungsstatistik dar. (Holzindustrie)

Produktionsdruck bei deutschen Sägewerken

Der DeSH bezeichnete die wirtschaftliche Situation der deutschen Säge- und Holzindustrie im Juni 2026 als angespannt. Als wesentliche Belastungsfaktoren wurden die schwache Baukonjunktur, hohe Rohstoffkosten und internationale Handelshemmnisse genannt.

Nach Verbandsangaben war die Produktion 2025 bereits auf den niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre gefallen. Für 2026 wurde bei unveränderten Rahmenbedingungen ein weiterer Rückgang der Bauholzproduktion um 9 bis 10 Prozent erwartet. (Holzindustrie)

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass jede Anlage in Deutschland gleichermaßen betroffen ist. Große, moderne Sägewerke mit hoher Automatisierung und günstiger Rohstoffversorgung können eine andere Auslastungssituation haben als kleinere regionale Betriebe.

Anzahl der Betriebe und Beschäftigte

Der DeSH nennt für die deutsche Säge- und Holzindustrie mehr als 2.000 Unternehmen und etwa 30.000 Beschäftigte. Diese Kennzahl umfasst allerdings die Säge- und Holzindustrie insgesamt und sollte nicht als reine Zahl der Sägewerke interpretiert werden. (Holzindustrie)

Auch innerhalb der Sägeindustrie gibt es eine starke Konzentration. Neben zahlreichen kleineren und mittelständischen Betrieben existieren große industrielle Sägewerke mit sehr hohen Einschnittmengen.

Dadurch entsteht eine breite Spannweite zwischen kleinen regionalen Sägewerken und hochautomatisierten Großanlagen.

Große Sägewerke und Konzentration der Produktion

Die technische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte hat zu größeren und stärker automatisierten Anlagen geführt. Moderne Sägewerke können große Mengen Rundholz mit vergleichsweise wenigen Beschäftigten verarbeiten.

Dabei sind Faktoren wie folgende entscheidend:

  • Einschnittgeschwindigkeit
  • Automatisierungsgrad
  • Rundholzsortierung
  • Schnittholzsortierung
  • Trocknungskapazitäten
  • Weiterverarbeitung
  • Energieversorgung
  • Logistik
  • Absatzmöglichkeiten

Ein Betrieb mit hoher technischer Kapazität benötigt deshalb nicht zwangsläufig entsprechend hohe Personalzahlen.

Rohstoffversorgung 2026

Die Versorgung der Sägewerke mit Rundholz ist ein weiterer wichtiger Faktor. 2025 sank der deutsche Holzeinschlag insgesamt um 6,4 Prozent auf 57,3 Millionen m³. Gleichzeitig ging das Schadholzaufkommen sogar um 53,7 Prozent zurück. (Destatis)

Diese Entwicklung unterscheidet sich deutlich von den Jahren nach den großen Trockenheits-, Sturm- und Borkenkäferschäden. In diesen Jahren gelangten außergewöhnlich große Mengen Kalamitätsholz auf den Markt.

2026 hat sich die Versorgungslage nach Einschätzung des DeSH gegenüber dem Vorjahr verbessert. Gleichzeitig bleibt der Preis des Rohstoffs ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor. (Holzindustrie)

Warum Auslastung und Einschnitt nicht dasselbe sind

Ein Sägewerk kann seinen Rundholzeinschnitt reduzieren und trotzdem wirtschaftlich arbeiten. Umgekehrt kann eine hohe Auslastung problematisch sein, wenn die Verkaufspreise nicht ausreichen, um die gestiegenen Rohstoff-, Energie-, Personal- und Transportkosten zu decken.

Deshalb sind für die wirtschaftliche Beurteilung mindestens folgende Größen relevant:

Auslastung = tatsächliche Produktion / technisch verfügbare Kapazität × 100

Diese vereinfachte Formel zeigt, warum eine Auslastungsquote nur dann sinnvoll ist, wenn die zugrunde liegende Kapazität bekannt ist.

Da eine aktuelle bundesweite Gesamtkapazität aller deutschen Sägewerke nicht in einer einheitlichen amtlichen Statistik ausgewiesen wird, lässt sich daraus für 2026 keine belastbare Gesamtquote errechnen.

Ausblick auf die Sägeindustrie 2026

Die Entwicklung der Sägeindustrie hängt wesentlich davon ab, ob sich die Nachfrage nach Bauholz und anderen Schnittholzprodukten stabilisiert. Die ersten 2026-Daten zeigen ein gemischtes Bild.

Im ersten Quartal 2026 verbesserten sich beispielsweise die Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Mehrfamilienhäuser. Gleichzeitig blieb der Konjunkturindikator der Sägeindustrie deutlich im negativen Bereich. (Holzindustrie)

Für die Sägewerke bedeutet dies, dass eine bessere Rohstoffversorgung allein nicht ausreicht. Entscheidend ist auch, ob die vorhandenen Produktionskapazitäten tatsächlich durch ausreichende Nachfrage ausgelastet werden können.

Fazit: Sägewerk-Kapazitäten Deutschland 2026

Die deutsche Sägeindustrie verfügt über eine große industrielle Basis und verarbeitet jährlich viele Millionen Kubikmeter Rundholz zu Schnittholz. Die zuletzt vollständig verfügbaren Produktionsdaten zeigen für 2024 rund 23,2 Millionen m³ Schnittholz, davon etwa 22,4 Millionen m³ Nadelschnittholz. (BMEL-Statistik)

Für 2026 zeichnet sich dagegen eine schwierigere Produktionssituation ab. Der Branchenverband DeSH erwartete bei unveränderten Rahmenbedingungen einen weiteren Rückgang der Bauholzproduktion um 9 bis 10 Prozent. Eine amtliche bundesweite Auslastungsquote der Sägewerkskapazitäten liegt dagegen nicht vor und sollte daher nicht durch eine scheinpräzise Prozentzahl ersetzt werden. (Holzindustrie)

Für die Beurteilung der deutschen Sägeindustrie sind daher mehrere Kennzahlen gemeinsam zu betrachten: Anzahl und Größe der Betriebe, Rundholzeinschnitt, Schnittholzproduktion, Rohstoffversorgung, Absatz, Export und tatsächliche Kapazitätsauslastung.

Quellen und weiterführende Informationen

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