Erzeugerpreise Forstwirtschaft Tabelle 2026: Fichte, Buche, Eiche & Kiefer nach Güte- und Stärkeklassen

Die Preise für Rohholz haben sich 2026 in Deutschland weiter differenziert entwickelt. Besonders bei Fichten- und Kiefernstammholz sind regional teilweise deutlich höhere Preise als im Vorjahr zu beobachten. Gleichzeitig erzielen hochwertige Eichenstämme auf Wertholzsubmissionen ein Vielfaches der Preise normaler Sägeholzsortimente.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen amtlichen Erzeugerpreisindizes, regionalen Holzmarktpreisen und tatsächlichen Verkaufserlösen einzelner Stämme. Der folgende Überblick verbindet deshalb die verfügbaren amtlichen Daten mit aktuellen Marktinformationen aus dem Jahr 2026.

Erzeugerpreise Holz 2026 im Überblick

Das Statistische Bundesamt meldete für Juli 2026 einen Erzeugerpreisindex der Produkte des Holzeinschlags aus Staatsforsten von 129,3 Punkten (2015 = 100). Gegenüber Juli 2025 entsprach dies einem Anstieg von 13,9 Prozent. Bereits im März 2026 hatte der Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat 12,9 Prozent betragen. (Destatis)

Damit zeigt sich 2026 insgesamt ein deutlich höheres Preisniveau bei Produkten des Holzeinschlags. Die konkrete Auszahlung für einen Waldbesitzer hängt jedoch wesentlich von Baumart, Qualität, Durchmesser, Länge, Vermarktungsweg, Region und Abnehmer ab.

Tabelle: Holzpreise nach Baumart, Güteklasse und Stärkeklasse 2026

Die folgende Tabelle dient als Marktpreis-Orientierung. Die Werte stammen aus veröffentlichten regionalen Holzmarktinformationen und Wertholzverkäufen und sind daher nicht als einheitlicher bundesweiter Erzeugerpreis zu verstehen.

Holzart Güteklasse Stärkeklasse Preis 2026 ca. Einheit
Fichte B/C 2b+ 128–130 €/Fm
Fichte B/C 2b+ bis ca. 125 €/Fm
Fichte B/C/D 2b+ ca. 105–140+ €/Fm
Kiefer B/C 2a 86–88 €/Fm
Kiefer B/C 2b+ 96–98 €/Fm
Kiefer B/C 2b+ regional bis ca. 100+ €/Fm
Buche B 4 ca. 90 €/Fm
Buche B 5/6 ca. 95–104 €/Fm
Buche C 4 ca. 80–85 €/Fm
Buche C 5/6 ca. 85–90 €/Fm
Eiche B 4 ca. 280–350 €/Fm
Eiche B 5/6 ca. 350–450 €/Fm
Eiche C 4 ca. 180–210 €/Fm
Eiche C 5/6 ca. 210–250 €/Fm

Die regionalen Juni-2026-Holzmarktinformationen von Nord-West-Holz weisen beispielsweise für Fichte B/C der Stärkeklasse 2b+ 128 bis 130 €/Fm und für Kiefer B/C der Stärkeklasse 2a 86 bis 88 €/Fm beziehungsweise 2b+ 96 bis 98 €/Fm aus. Für Buche und Eiche werden dort deutlich höhere Preise für stärkere und bessere Qualitäten angegeben. (Nord-West-Holz)

Fichte: Starkes Sägeholz bleibt gefragt

Fichtenholz gehört 2026 weiterhin zu den wichtigsten Sägeholzsortimenten. Für B/C-Qualitäten der Stärkeklasse 2b+ wurden im Nordwesten Deutschlands im Juni etwa 128 bis 130 €/Fm genannt.

Auch überregional wurden im ersten Halbjahr 2026 hohe Preise gemeldet. Für Fichten-Langholz B/C lagen einzelne Vertragsabschlüsse in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen bei mehr als 140 €/Fm ab Waldstraße. In anderen Regionen wurden häufig etwa 130 bis 135 €/Fm genannt. (Holzkurier)

Bei Fichte spielt außerdem die Unterscheidung zwischen frischem Sägeholz und qualitativ beziehungsweise technisch beeinträchtigtem Holz eine große Rolle. Käfer-, Bruch- oder anderweitig geschädigtes Holz kann erhebliche Abschläge erhalten.

Kiefer: Preisniveau 2026 deutlich regional geprägt

Auch Kiefernstammholz weist 2026 ein relativ stabiles bis steigendes Preisniveau auf. Für B/C-Langholz der Stärkeklasse 2a wurden im Juni 2026 im Nordwesten rund 86 bis 88 €/Fm genannt. Bei 2b+ lagen die Werte bei 96 bis 98 €/Fm. (Nord-West-Holz)

Andere Marktberichte zeigen, dass Kiefernsägeholz im ersten Halbjahr 2026 regional teilweise die Marke von 100 €/Fm überschritten hat. Genannt wurden beispielsweise Vertragswerte von 104 bis 105 €/Fm in Hessen und Sachsen sowie bis zu 103 €/Fm in Sachsen-Anhalt. (Holzkurier)

Für Waldbesitzer bedeutet dies, dass die genaue regionale Vermarktung einen erheblichen Einfluss auf den tatsächlich erzielbaren Erlös hat.

Buche: Qualität und Dimension entscheidend

Bei Buchenstammholz liegen die Preise unter hochwertigen Eichenqualitäten, unterscheiden sich aber ebenfalls deutlich nach Stärke und Güte.

Die im Juni 2026 veröffentlichten Marktwerte von Nord-West-Holz lagen für Buchenholz B, D 4 bei etwa 90 €/Fm. Für die stärkeren Klassen D 5/6 wurden 95 bis 104 €/Fm genannt. C-Holz lag bei D 4 bei etwa 80 bis 85 €/Fm und bei D 5/6 bei etwa 85 bis 90 €/Fm. (Nord-West-Holz)

Bei Buche kann zudem zwischen normalem Stammholz, Schneideholz, Palette und Energieholz unterschieden werden. Deshalb sollte ein Preisvergleich immer dasselbe Sortiment gegenüberstellen.

Eiche: Höchste Preise bei Wertholz

Besonders deutlich wird der Einfluss von Qualität und Dimension bei der Eiche. Normales Eichenstammholz der Güteklasse B kann bereits mehrere hundert Euro pro Festmeter erzielen. Spitzenqualitäten werden dagegen auf Submissionen teilweise für deutlich über 1.000 €/Fm verkauft.

Bei der Wertholzsubmission Pfalz vom Januar 2026 erzielten Eichen im Durchschnitt 985 €/Fm. Traubeneichen kamen auf durchschnittlich 895 €/Fm, Stieleichen sogar auf 1.381 €/Fm. Ein einzelner Stieleichenstamm erreichte einen Verkaufserlös von 5.199 €/Fm. (Landesforsten Rheinland-Pfalz)

Auch die Stärkeklasse machte einen erheblichen Unterschied:

Eiche, Pfalz 2026 Erlös €/Fm
Stärkeklasse 3 459
Stärkeklasse 4 594
Stärkeklasse 5 864
Stärkeklasse 6 1.257
Stärkeklasse 7 1.523
Stärkeklasse 8 1.711

Die Werte zeigen, dass stärkere Eichenstämme bei entsprechender Qualität überproportional hohe Erlöse erzielen können. (Landesforsten Rheinland-Pfalz)

Eine weitere Submission der Landesforsten Rheinland-Pfalz im März 2026 erzielte für Eichen durchschnittlich 661 €/Fm. Die Werte lagen dort beispielsweise bei 419 €/Fm in Stärkeklasse 4, 561 €/Fm in Klasse 5 und 789 €/Fm in Klasse 6. (Landesforsten Rheinland-Pfalz)

Güteklassen A, B und C: Was bedeuten sie?

Bei der traditionellen Sortierung von Stammholz beschreibt die Güteklasse die Qualität des Holzes. Vereinfacht lässt sich die Einteilung folgendermaßen verstehen:

Güteklasse Typische Bedeutung Preisniveau
A besonders hochwertiges, fehlerarmes Holz sehr hoch
B gutes, marktgängiges Stamm- und Sägeholz hoch
C Holz mit stärkeren Qualitätsmerkmalen oder Fehlern niedriger
D stark fehlerbehaftetes bzw. geringwertigeres Holz meist deutlich niedriger

In der Praxis werden allerdings nicht immer reine A-, B- und C-Partien gehandelt. Häufig werden beispielsweise B/C-Partien gemeinsam vermarktet. Die tatsächliche Einstufung hängt unter anderem von Ästen, Krümmung, Fäule, Rissen, Abholzigkeit, Verfärbungen und weiteren Qualitätsmerkmalen ab.

Bei Eiche kann eine sehr gute Qualität zusammen mit einem großen Durchmesser einen erheblichen Preisaufschlag bewirken. Bei Fichte und Kiefer spielt dagegen insbesondere die Eignung als Sägeholz eine wichtige Rolle.

Stärkeklassen beeinflussen den Preis erheblich

Neben der Güteklasse ist die Stärkeklasse eines der wichtigsten Kriterien bei der Preisbildung. Mit zunehmendem Durchmesser steigt bei vielen hochwertigen Sortimenten der Preis pro Festmeter.

Die Eichen-Submissionen 2026 zeigen diesen Effekt besonders deutlich. Während Eichen der Stärkeklasse 3 in der Pfalz durchschnittlich 459 €/Fm erzielten, waren es bei Stärkeklasse 8 bereits 1.711 €/Fm. (Landesforsten Rheinland-Pfalz)

Allerdings gilt nicht automatisch: Je dicker der Stamm, desto höher der Preis. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Dimension und Qualität. Ein sehr dicker Stamm mit starken Fehlern kann weniger wert sein als ein etwas schwächerer, hochwertiger Stamm.

Amtliche Erzeugerpreise und tatsächliche Holzpreise nicht verwechseln

Für die Interpretation der Zahlen ist eine wichtige Unterscheidung erforderlich. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Preisindizes für Produkte des Holzeinschlags aus Staatsforsten. Diese eignen sich hervorragend zur Betrachtung der allgemeinen Preisentwicklung, liefern aber nicht für jede Baumart, Güte- und Stärkeklasse einen bundesweit einheitlichen Verkaufspreis. (Destatis)

Regionale Holzvermarktungsorganisationen veröffentlichen dagegen konkrete Marktpreise oder Erlöse. Diese können je nach Bundesland, Sägewerk, Transportentfernung, Vertragsmodell und Holzqualität deutlich voneinander abweichen.

Preisentwicklung 2026: Was lässt sich feststellen?

Die verfügbaren Daten zeigen für 2026 insgesamt ein erhöhtes Preisniveau bei Holz aus dem Einschlag. Der amtliche Erzeugerpreisindex lag im Juli 2026 13,9 Prozent über dem Vorjahresmonat. (Destatis)

Bei Fichte und Kiefer bewegen sich viele Sägeholzpreise im Bereich von rund 90 bis 140 €/Fm, während hochwertige Buche und insbesondere Eiche deutlich höhere Preise erreichen können. Bei Eichen-Wertholz sind aufgrund der besonderen Qualität und Dimension sogar vierstellige Erlöse je Festmeter möglich.

Für Waldbesitzer ist deshalb weniger ein einzelner „Holzpreis 2026“ entscheidend. Viel wichtiger sind Baumart, Güteklasse, Stärkeklasse, Sortiment, Region und konkreter Abnehmer.

Fazit: Holzpreise 2026 nach Güte und Stärke

Die Erzeugerpreise der Forstwirtschaft zeigen 2026 ein insgesamt höheres Niveau als im Vorjahr. Fichte und Kiefer erzielen bei guten B/C-Sortimenten häufig Preise im dreistelligen beziehungsweise hohen zweistelligen Bereich pro Festmeter. Buche liegt je nach Qualität und Dimension meist darüber oder darunter, während hochwertige Eiche deutlich höhere Preise erreichen kann.

Besonders die Eichen-Wertholzsubmissionen verdeutlichen den Wert von Qualität und Stärke: Zwischen schwächeren und stärkeren Stärkeklassen können mehrere hundert Euro pro Festmeter Unterschied liegen.

Wer einen konkreten Waldbestand bewerten möchte, sollte daher nicht nur die Baumart betrachten. Eine belastbare Kalkulation benötigt mindestens Baumart, Güteklasse, Stärkeklasse, Holzmenge, Region und Vermarktungsart.

Quellen und weiterführende Informationen

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