Holz Trocknungszeit Tabelle: Lufttrocknung nach Holzart, Stammdicke & Lagerung 2026

Frisch geschlagenes Holz enthält große Mengen Wasser und ist für viele Anwendungen zunächst zu feucht. Das gilt insbesondere für Brennholz, aber auch für Bauholz, Möbelholz und andere Holzprodukte. Die richtige Trocknungszeit hängt unter anderem von Holzart, Stammdicke, Spaltgröße, Ausgangsfeuchte, Jahreszeit und Lagerplatz ab.

Eine pauschale Aussage wie „Holz muss zwei Jahre trocknen“ ist deshalb nicht immer richtig. Das Technologie- und Förderzentrum Bayern (TFZ) zeigt beispielsweise, dass unter günstigen Bedingungen gespaltenes Scheitholz bereits nach einem Sommer einen Wassergehalt von unter 20 Prozent erreichen kann. (TFZ Straubing)

Holz Trocknungszeit Tabelle 2026

Die folgende Tabelle dient als praktische Orientierung für luftgetrocknetes Holz im Freien. Die tatsächliche Dauer kann je nach Standort und Lagerbedingungen deutlich abweichen.

Holzart Dünnes Holz bis ca. 10 cm Gespaltene Scheite ca. 10–20 cm Stärkere Stücke ca. 20–30 cm Ungespaltene Stämme
Fichte ca. 4–8 Monate ca. 6–12 Monate ca. 12–18 Monate ca. 18–24 Monate
Tanne ca. 4–8 Monate ca. 6–12 Monate ca. 12–18 Monate ca. 18–24 Monate
Kiefer ca. 6–10 Monate ca. 8–14 Monate ca. 14–20 Monate ca. 18–24 Monate
Lärche ca. 6–10 Monate ca. 8–14 Monate ca. 14–20 Monate ca. 18–24 Monate
Douglasie ca. 6–10 Monate ca. 8–14 Monate ca. 14–20 Monate ca. 18–24 Monate
Birke ca. 6–10 Monate ca. 8–14 Monate ca. 14–20 Monate ca. 18–24 Monate
Buche ca. 8–12 Monate ca. 10–18 Monate ca. 18–24 Monate ca. 24–30 Monate
Eiche ca. 10–14 Monate ca. 12–20 Monate ca. 20–30 Monate ca. 24–36 Monate
Esche ca. 8–12 Monate ca. 10–18 Monate ca. 18–24 Monate ca. 24–30 Monate
Ahorn ca. 8–12 Monate ca. 10–18 Monate ca. 18–24 Monate ca. 24–30 Monate
Robinie ca. 10–14 Monate ca. 12–20 Monate ca. 20–30 Monate ca. 24–36 Monate
Pappel ca. 4–8 Monate ca. 6–12 Monate ca. 12–18 Monate ca. 18–24 Monate

Wichtig: Die angegebenen Zeiträume sind praxisorientierte Richtwerte und keine festen Trocknungszeiten. Für Brennholz ist nicht die Anzahl der Monate, sondern der tatsächlich gemessene Wassergehalt entscheidend.

Wie lange muss Brennholz trocknen?

Für Scheitholz ist ein Wassergehalt von höchstens etwa 20 Prozent ein wichtiger Orientierungswert. Das TFZ beschreibt, dass die meisten Anlagen für lufttrockenes Holz mit einem Wassergehalt zwischen etwa 12 und 20 Prozent ausgelegt sind. (TFZ Straubing)

Unter günstigen Bedingungen kann frisch geschlagenes und gespaltenes Holz bereits innerhalb eines Sommers ausreichend trocknen. In Versuchen des TFZ war im Winter geschlagenes Holz unter günstigen Lagerbedingungen im darauffolgenden Juli bereits ofenfertig; nach rund acht Monaten wurde die Marke von 20 Prozent Wassergehalt unterschritten. (TFZ Straubing)

Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Holz nach acht Monaten automatisch trocken genug ist.

Trocknungszeit nach Holzart

Fichte und Tanne

Fichte und Tanne gehören zu den vergleichsweise leicht trocknenden Hölzern. Gespaltene Scheite können bei günstiger Witterung innerhalb eines Sommers deutlich an Feuchtigkeit verlieren.

Für Brennholz sind etwa 6 bis 12 Monate bei geeigneter Lagerung häufig eine brauchbare Größenordnung. Größere oder ungespaltene Stücke benötigen entsprechend länger.

Kiefer, Lärche und Douglasie

Auch Kiefer, Lärche und Douglasie lassen sich bei ausreichender Luftzirkulation relativ gut lufttrocknen. Bei größeren Dimensionen sollte mehr Zeit eingeplant werden.

Als praktische Orientierung können 8 bis 14 Monate für gespaltene Scheite angesetzt werden. Die genaue Dauer hängt jedoch stark vom Durchmesser und der Lagerung ab.

Buche

Buche besitzt eine höhere Dichte und sollte sorgfältig getrocknet werden. Gespaltene Buchen-Scheite benötigen häufig ungefähr 10 bis 18 Monate, bei großen Dimensionen auch länger.

Das TFZ hat bei Untersuchungen von Buchen- und Fichtenscheiten deutliche jahreszeitliche Trocknungsverläufe dokumentiert. (TFZ Straubing)

Eiche

Eiche gehört zu den Holzarten, bei denen eine längere Lagerzeit sinnvoll sein kann. Besonders dicke oder ungespaltene Stücke trocknen langsam.

Für gespaltene Eiche können 12 bis 20 Monate als grobe Orientierung dienen. Bei stärkeren Stämmen sind auch zwei bis drei Jahre nicht ungewöhnlich.

Esche und Ahorn

Esche und Ahorn liegen hinsichtlich der Trocknungsdauer zwischen verschiedenen schnell und langsam trocknenden Holzarten. Gespaltenes Brennholz kann unter guten Bedingungen etwa 10 bis 18 Monate benötigen.

Einfluss der Stammdicke auf die Trocknungszeit

Die Stammdicke ist einer der wichtigsten Faktoren.

Durchmesser bzw. Scheitgröße Typische Trocknung
unter 5 cm sehr schnell
5–10 cm schnell
10–15 cm mittel
15–20 cm mittel bis langsam
20–30 cm langsam
über 30 cm sehr langsam
ungespaltene Stämme deutlich langsamer

Je größer das Holzstück ist, desto länger muss die Feuchtigkeit aus dem Inneren zur Oberfläche wandern.

Das TFZ empfiehlt für eine schnellere Trocknung, Rundlinge ab etwa 10 cm Durchmesser zu spalten. Ungespaltenes Holz benötigt im Vergleich zu gespaltenem Meterholz etwa zwei Sommermonate länger, um unter 20 Prozent Wassergehalt zu gelangen. (TFZ Straubing)

Gespaltenes Holz trocknet schneller

Beim Spalten wird die Oberfläche des Holzes erheblich vergrößert. Gleichzeitig werden Bereiche im Inneren des Stammes direkt der Luft ausgesetzt.

Deshalb trocknet beispielsweise ein 20 cm dicker Rundling wesentlich langsamer als mehrere 10 cm dicke Scheite.

Für Brennholz empfiehlt sich deshalb:

  1. Holz möglichst früh spalten.
  2. Nicht unnötig große Scheite lagern.
  3. Für ausreichend Luftzirkulation sorgen.
  4. Holz vor Niederschlag schützen.
  5. Den Wassergehalt vor dem Verbrennen kontrollieren.

Trocknungszeit nach Holzstärke

Eine praktische Orientierung zeigt diese Tabelle:

Holzstärke Gespalten Ungespalten
5–10 cm 4–10 Monate 8–14 Monate
10–15 cm 6–14 Monate 12–20 Monate
15–20 cm 8–18 Monate 16–24 Monate
20–30 cm 12–24 Monate 20–30 Monate
30–40 cm 18–30 Monate 24–36 Monate
über 40 cm 24–36+ Monate 30–48+ Monate

Diese Angaben sind als Orientierung für eine natürliche Außentrocknung gedacht. Ein gut belüfteter, sonniger und regengeschützter Lagerplatz kann den Prozess erheblich beschleunigen.

Der richtige Lagerplatz

Die Lagerung beeinflusst die Trocknung mindestens genauso stark wie die Holzart.

Das TFZ empfiehlt einen gut belüfteten Lagerplatz, Schutz vor Niederschlag, einen trockenen Untergrund und ausreichend Abstand zu Wänden. Zwischen Holzstapel und Wand sollten mindestens etwa 10 cm Abstand bleiben. (TFZ Straubing)

Ideal ist ein Standort:

  • mit viel Luftbewegung
  • möglichst sonnig
  • nicht direkt an einer Hauswand
  • vor Schlagregen geschützt
  • mit trockenem Untergrund
  • nicht in einer feuchten Senke
  • nicht vollständig mit einer luftdichten Plane verschlossen

Brennholz richtig stapeln

Brennholz sollte so gestapelt werden, dass Luft zwischen den einzelnen Scheiten zirkulieren kann.

Ein häufiger Fehler besteht darin, den gesamten Holzstapel mit einer dicht abschließenden Kunststoffplane einzuwickeln. Dadurch kann die Feuchtigkeit schlechter entweichen und es kann sich Kondenswasser bilden.

Besser ist eine Abdeckung von oben, während die Seiten möglichst offen bleiben. Das TFZ empfiehlt ebenfalls, nur für ausreichenden Regenschutz zu sorgen und gleichzeitig einen möglichst freien Luftzutritt zu gewährleisten. (TFZ Straubing)

Gute Lagerung

Oben: geschützt vor Regen und Schnee
Seiten: offen für Luftzirkulation
Unten: Abstand zum feuchten Boden
Hinten: mindestens etwa 10 cm Abstand zur Wand
Standort: möglichst trocken, sonnig und windig

Warum Holz im Sommer besonders schnell trocknet

Die Trocknung ist stark von Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung abhängig.

Während der Wintermonate ist die Verdunstung geringer. Ab dem Frühjahr steigt die Trocknungsleistung deutlich an. Das TFZ berichtet von Versuchen, bei denen ab März monatliche Trocknungsraten von bis zu etwa zehn Wassergehalts-Prozentpunkten beobachtet wurden. (TFZ Straubing)

Deshalb ist das Frühjahr und der Sommer die wichtigste Phase für die natürliche Holztrocknung.

Was passiert im Herbst und Winter?

Holz trocknet nicht das ganze Jahr über kontinuierlich weiter.

Ab etwa September kann der Wassergehalt wieder steigen, weil das Holz Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft aufnimmt. Das TFZ beschreibt eine solche Rückbefeuchtung insbesondere zwischen Oktober und Dezember. Danach kann sich der Wassergehalt abhängig von den Bedingungen zwischen etwa 12 und 20 Prozent bewegen. (TFZ Straubing)

Eine längere Lagerzeit bedeutet daher nicht automatisch, dass Holz immer trockener wird.

Trocknungszeit von Stammholz

Wer ganze Baumstämme lagert, muss deutlich mehr Zeit einplanen.

Holzform Empfohlene Vorgehensweise
Frischer Stamm möglichst bald aufarbeiten
Rundholz unter 10 cm kann relativ schnell trocknen
Rundholz ab ca. 10 cm für schnellere Trocknung spalten
Meterholz gespalten lagern
33-cm-Scheite gute Voraussetzungen für schnelle Trocknung
große ungespaltene Stämme deutlich längere Trocknungszeit

Für Brennholz ist es deshalb meist sinnvoller, das Holz frühzeitig zu spalten, anstatt ganze Stämme über längere Zeit zu lagern.

Wie erkennt man trockenes Holz?

Das Aussehen allein ist kein zuverlässiges Messverfahren. Risse an den Stirnflächen können zwar Hinweise auf eine fortgeschrittene Trocknung geben, sagen aber nicht exakt aus, ob das Holz bereits den gewünschten Wassergehalt erreicht hat.

Zuverlässiger ist ein Holzfeuchtemessgerät.

Für Brennholz sollte die Messung möglichst an einer frisch aufgespaltenen Stelle erfolgen. Die Oberfläche kann durch Lagerung trockener sein als das Innere des Scheits.

Orientierung für Brennholz

Wassergehalt Einschätzung
über 40 % sehr feucht
30–40 % noch deutlich zu feucht
25–30 % für viele Feuerstätten noch zu feucht
20–25 % Übergangsbereich
12–20 % typischer Bereich für lufttrockenes Brennholz
unter 12 % sehr trocken

Das TFZ nennt für die meisten Anlagen einen Bereich von etwa 12 bis 20 Prozent Wassergehalt. (TFZ Straubing)

Holzfeuchte und Wassergehalt nicht verwechseln

Bei der Holztrocknung werden die Begriffe „Holzfeuchte“ und „Wassergehalt“ teilweise unterschiedlich verwendet.

Beim Wassergehalt wird die Masse des Wassers auf die Gesamtmasse des feuchten Holzes bezogen. Bei der Holzfeuchte im holztechnischen Sinn wird dagegen häufig die Wassermasse auf die absolut trockene Holzmasse bezogen.

Deshalb sollten Angaben auf Messgeräten und technischen Datenblättern genau gelesen werden.

Warum zu feuchtes Holz problematisch ist

Feuchtes Holz hat einen geringeren nutzbaren Heizwert. Ein Teil der Energie muss zunächst dafür aufgewendet werden, das im Holz enthaltene Wasser zu erwärmen und zu verdampfen.

Zu feuchtes Brennholz kann außerdem zu einer schlechteren Verbrennung und höheren Emissionen beitragen. Das TFZ weist deshalb auf die Bedeutung geeigneter Brennstoffqualität und korrekter Ofenbedienung hin. (TFZ Straubing)

Muss Brennholz zwei Jahre trocknen?

Die oft genannte Faustregel von „zwei Jahren“ ist nicht grundsätzlich erforderlich.

Unter optimalen Bedingungen kann gespaltenes Holz innerhalb eines Sommers auf einen für viele Feuerstätten geeigneten Wassergehalt trocknen. Das TFZ dokumentiert beispielsweise einen Versuch, bei dem im Dezember geschlagenes Holz unter günstigen Bedingungen bis zum darauffolgenden Juli ofenfertig war. (TFZ Straubing)

Bei ungünstiger Lagerung, großen Scheiten oder ungespaltenen Stämmen kann die Trocknung dagegen deutlich länger dauern.

Entscheidend ist daher nicht das Kalenderalter des Brennholzes, sondern die gemessene Brennholzfeuchte.

Holz Trocknungszeit Tabelle: Die wichtigsten Faktoren

Faktor Einfluss auf Trocknung
Holzart mittel
Stammdicke sehr hoch
Spalten sehr hoch
Luftzirkulation sehr hoch
Sonneneinstrahlung hoch
Wind hoch
Niederschlagsschutz hoch
Jahreszeit hoch
Stapeldichte hoch
Untergrund mittel
Lagerdauer wichtig, aber nicht allein entscheidend

Besonders wichtig sind dabei Scheitgröße und Luftzirkulation. Selbst eine relativ schnell trocknende Holzart kann bei schlechter Lagerung lange feucht bleiben.

Beispiel: Buche im Vergleich zu Fichte

Nehmen wir frisch geschlagenes Holz, das im Winter gespalten und anschließend luftig unter einem Dachvorsprung gelagert wird.

Fichte: Bei günstigen Bedingungen kann ein Scheit im Bereich von etwa 6 bis 12 Monaten einen geeigneten Wassergehalt erreichen.

Buche: Aufgrund der höheren Dichte kann die Trocknung insbesondere bei größeren Scheiten länger dauern. Rund 10 bis 18 Monate sind als Orientierung für gespaltene Scheite plausibel.

Die tatsächliche Entwicklung kann jedoch von Jahr zu Jahr unterschiedlich sein. In den Untersuchungen des TFZ waren die Trocknungsverläufe von Buche und Fichte unter günstiger Lagerung durchaus vergleichbar. (TFZ Straubing)

Checkliste: So trocknet Holz schneller

Vor der Einlagerung sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Holz möglichst früh spalten.
  • Stärkere Rundlinge ab etwa 10 cm Durchmesser spalten.
  • Scheite nicht zu groß wählen.
  • Holz auf Paletten, Kanthölzern oder einem anderen trockenen Untergrund lagern.
  • Mindestens etwa 10 cm Abstand zu Wänden lassen.
  • Holzstapel nicht vollständig luftdicht einpacken.
  • Von oben gegen Regen schützen.
  • Einen möglichst sonnigen und windigen Platz auswählen.
  • Brennholz vor der Verwendung mit einem geeigneten Messgerät kontrollieren.

Das entspricht weitgehend den Empfehlungen des TFZ für eine natürliche Trocknung und qualitätserhaltende Lagerung. (TFZ Straubing)

Fazit

Die Holz-Trocknungszeit 2026 lässt sich nicht auf eine einzige Zahl festlegen. Dünne, gespaltene Scheite können unter günstigen Bedingungen innerhalb eines Sommers ausreichend trocken werden. Große, ungespaltene Stämme benötigen dagegen häufig mehrere Jahre.

Besonders wichtig sind Holzart, Stammdicke, Spaltung, Luftzirkulation und Regenschutz. Für Brennholz sollte nicht einfach nach einer bestimmten Lagerdauer entschieden werden. Sinnvoller ist die Kontrolle des tatsächlichen Wassergehalts.

Das TFZ zeigt, dass unter günstigen Bedingungen bereits nach rund acht Monaten ein Wassergehalt von unter 20 Prozent erreicht werden kann. Ungespaltenes Holz benötigt dagegen länger. (TFZ Straubing)

Wer Brennholz möglichst schnell und gleichmäßig trocknen möchte, sollte es daher frühzeitig spalten, luftig stapeln, vor Niederschlag schützen und nicht direkt auf dem Boden lagern. Ein Holzfeuchtemessgerät liefert schließlich die zuverlässigste Antwort auf die Frage, ob das Holz tatsächlich ofenfertig ist.

Quellen und weiterführende Informationen

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