Holzimport & Holzexport Deutschland Statistik Tabelle: Handelsbilanz für Rohholz, Schnittholz & Holzwaren nach Partnerländern 2026

Deutschland ist nicht nur ein bedeutender Holzproduzent, sondern auch ein wichtiger internationaler Handelsplatz für Rohholz, Schnittholz, Holzwerkstoffe und verarbeitete Holzwaren. 2026 wird der Holzaußenhandel deshalb von mehreren Faktoren geprägt: der Entwicklung der heimischen Holznutzung, der Nachfrage der Sägeindustrie, internationalen Holzpreisen, der Baukonjunktur und den Handelsströmen innerhalb der Europäischen Union.

Eine Besonderheit bei der Betrachtung der Statistik ist, dass für das Kalenderjahr 2026 zum aktuellen Zeitpunkt noch keine endgültigen Jahreswerte für alle Warengruppen vorliegen. Für eine belastbare Jahresbetrachtung werden deshalb die neuesten verfügbaren 2026-Daten sowie das vollständig vorliegende Jahr 2025 als Vergleichsbasis herangezogen. Destatis stellt die monatlichen Außenhandelsdaten für 2026 bereits in der GENESIS-Datenbank bereit. (GENESIS-Online)

Holzaußenhandel Deutschland 2026 im Überblick

Der Begriff Holzaußenhandel umfasst verschiedene Stufen der Wertschöpfung. Dazu gehören beispielsweise Rohholz und Rundholz, Schnittholz, Furniere, Sperrholz, Holzfaser- und Holzspanplatten sowie weitere Waren aus Holz.

Das BMLEH führt dafür eigene statistische Tabellen, darunter die „Bilanz des Außenhandels mit Holz und Produkten auf der Basis Holz“, den Holzaußenhandel nach Ländergruppen und die Ein- und Ausfuhr wichtiger Holzsortimente. (BMEL-Statistik)

Bereich Typische Produkte Bedeutung im Außenhandel
Rohholz Rundholz, Nadelrohholz, Laubrohholz Versorgung von Säge- und Holzindustrie
Nadelschnittholz Fichte, Kiefer, Tanne, Lärche Bauholz, Verpackungen, Holzbau
Laubschnittholz Buche, Eiche und andere Laubhölzer Möbel, Innenausbau, Spezialprodukte
Furniere Messer- und Schälfurniere Möbel und Innenausbau
Sperrholz Bau- und Plattenwerkstoffe Bau, Möbel, Verpackungen
Holzfaserplatten MDF, HDF und andere Faserplatten Möbel, Innenausbau
Holzspanplatten Spanplatten, OSB Bau und Möbel
Holzwaren diverse bearbeitete Holzprodukte Konsum, Bau, Verpackung und Industrie

Tabelle: Holzimport und Holzexport Deutschlands

Für die Mengenbetrachtung veröffentlicht das BMLEH unter anderem eine eigene Tabelle zur Ein- und Ausfuhr wichtiger Holzsortimente. Für 2026 ist diese Jahresreihe noch nicht abgeschlossen. Deshalb sollten aktuelle 2026-Werte nicht mit einem bereits abgeschlossenen Kalenderjahr verwechselt werden. (BMEL-Statistik)

Holzsortiment Import Deutschland Export Deutschland Typische Handelsrichtung
Nadelrohholz hoch hoch stark europäisch geprägt
Laubrohholz geringer geringer überwiegend regional/europäisch
Nadelschnittholz sehr bedeutend sehr bedeutend intensiver EU-Handel
Laubschnittholz kleiner als Nadelschnittholz bedeutend Verarbeitung und Spezialmärkte
Furniere bedeutend bedeutend international
Sperrholz bedeutend bedeutend international
Holzfaserplatten bedeutend bedeutend EU- und Weltmarkt
Holzspanplatten/OSB sehr bedeutend sehr bedeutend stark industriell geprägt

Die Tabelle ist als Strukturübersicht zu verstehen. Die konkreten Mengen unterscheiden sich je nach Abgrenzung des Sortiments und verwendeter Warennummer.

Partnerländer: Woher kommt Holz nach Deutschland?

Ein großer Teil des Holzhandels findet innerhalb Europas statt. Das ist bei Rohholz besonders nachvollziehbar, da Transportentfernungen und Logistikkosten einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit haben.

Zu den wichtigen Handelspartnern gehören unter anderem Österreich, Polen, Tschechien, Frankreich, die Niederlande, Schweden und Finnland. Die Destatis-Außenhandelsstatistik erlaubt eine Aufschlüsselung nach Ländern und Warengruppen. Für 2025 stehen vollständige Jahresdaten nach Ländern und Gütergruppen zur Verfügung. (GENESIS-Online)

Tabelle: Typische Partnerländer im deutschen Holzhandel

Partnerland Bedeutung für Deutschland Typische Holzprodukte
Österreich sehr wichtig Rohholz, Schnittholz, Holzhalbwaren
Polen sehr wichtig Schnittholz, Platten, Holzwaren
Tschechien sehr wichtig Rundholz, Schnittholz, Holzprodukte
Frankreich wichtig Rohholz, Schnittholz und Holzprodukte
Schweden wichtig Nadelschnittholz, Holzhalbwaren
Finnland wichtig Schnittholz, Platten und Holzprodukte
Niederlande wichtiger Handels- und Logistikpartner Schnittholz und Holzwaren
Italien wichtiger Absatzmarkt Schnittholz und verarbeitete Holzprodukte
Schweiz wichtiger Nachbarmarkt Schnittholz und Holzwaren
Dänemark regional bedeutend Holzprodukte und Schnittholz

Die tatsächliche Rangfolge hängt davon ab, ob Rohholz, Schnittholz, Holzwerkstoffe oder sämtliche Waren aus Holz betrachtet werden.

Österreich als wichtiger Holzpartner

Österreich spielt im deutschen Holzhandel aufgrund der geografischen Nähe und der großen holzverarbeitenden Industrie eine besondere Rolle. Bereits die regionalen Außenhandelsdaten zeigen umfangreiche Warenströme zwischen beiden Ländern.

Für 2025 weist die Destatis-Datenbank beispielsweise für Baden-Württemberg allein bei forstwirtschaftlichen Erzeugnissen einen Export nach Österreich von rund 76.600 Tonnen und einen Import von rund 6.800 Tonnen aus. Bei „Holz und Holz-, Kork-, Korb- und Flechtwaren ohne Möbel“ lagen die Werte deutlich höher. (GENESIS-Online)

Diese Zahlen beziehen sich allerdings nur auf Baden-Württemberg und dürfen deshalb nicht als Deutschland-Gesamtwerte interpretiert werden.

Polen und Tschechien als zentrale Lieferländer

Polen und Tschechien gehören ebenfalls zu den wichtigen europäischen Holzpartnern Deutschlands. Die Bedeutung dieser Länder ergibt sich unter anderem aus der großen Holzverarbeitungsindustrie und den kurzen Transportwegen.

Die Außenhandelsstatistik von Destatis kann für jedes Partnerland mit unterschiedlichen Warengruppen kombiniert werden. Das Warenverzeichnis unterscheidet dabei zahlreiche einzelne Produkte und Warennummern. Für 2025 galt das Warenverzeichnis für die Außenhandelsstatistik 2025; für 2026 existiert eine entsprechend aktualisierte Fassung. (Destatis)

Handelsbilanz: Import oder Export?

Bei einer Handelsbilanz wird grundsätzlich der Wert der Ausfuhren dem Wert der Einfuhren gegenübergestellt:

Handelsbilanz = Exportwert − Importwert

Ein positiver Wert bedeutet einen Exportüberschuss, ein negativer Wert einen Importüberschuss.

Beim Holzhandel ist allerdings Vorsicht geboten. Deutschland kann beispielsweise gleichzeitig große Mengen Rohholz importieren und Schnittholz oder höherwertige Holzprodukte exportieren. Eine reine Mengenbilanz würde diese unterschiedlichen Wertschöpfungsstufen nicht ausreichend abbilden.

Vereinfachtes Beispiel

Handelsstufe Import Export Mögliche Interpretation
Rohholz hoch ebenfalls relevant Versorgung der Industrie
Schnittholz hoch hoch intensive Weiterverarbeitung und Handelsströme
Holzplatten hoch hoch industrielle Wertschöpfung
Fertige Holzwaren unterschiedlich bedeutend höhere Wertschöpfung möglich

Deshalb sollte bei einer Analyse immer zwischen Menge in Tonnen beziehungsweise Kubikmetern und Handelswert in Euro unterschieden werden.

Deutschland bleibt stark in europäische Holzströme eingebunden

Die Bedeutung der europäischen Nachbarländer zeigt sich auch in der allgemeinen deutschen Außenhandelsstruktur. Im Jahr 2025 entfielen große Teile des deutschen Warenhandels auf EU-Mitgliedstaaten. Für Deutschland insgesamt wurden 2025 Warenexporte von rund 1,563 Billionen Euro und Warenimporte von rund 1,363 Billionen Euro ausgewiesen. (Destatis)

Diese Gesamtwerte beziehen sich auf alle Waren und nicht speziell auf Holz. Sie verdeutlichen jedoch die starke Einbindung Deutschlands in den europäischen Binnenmarkt.

Für Holz sind kurze Transportwege besonders relevant. Rundholz hat im Verhältnis zu seinem Wert ein relativ hohes Transportvolumen. Deshalb sind Nachbarländer für den Handel mit Rohholz häufig besonders wichtig.

Rohholzhandel unterscheidet sich vom Schnittholzhandel

Beim Rohholz spielen die Versorgung von Sägewerken und anderen holzverarbeitenden Betrieben eine zentrale Rolle. Beim Schnittholz verschiebt sich der Fokus stärker auf die Bauwirtschaft, Verpackungsindustrie, Möbelherstellung und den internationalen Holzhandel.

Deutschland verfügt selbst über eine große Rohstoffbasis. 2025 wurden in deutschen Wäldern 57,3 Millionen Kubikmeter Holz eingeschlagen. Davon entfielen 79 Prozent auf Nadelholz und 21 Prozent auf Laubholz. Der Holzeinschlag lag damit 6,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. (BMEL-Statistik)

Der Rückgang war insbesondere durch den niedrigeren Fichteneinschlag geprägt. Gleichzeitig stiegen 2025 die Einschlagsmengen bei Eiche, Buche und Kiefer. (BMEL-Statistik)

Holzimporte sichern industrielle Versorgung

Holzimporte erfüllen mehrere Funktionen. Sie können regionale Engpässe ausgleichen, bestimmte Holzarten und Qualitäten verfügbar machen und die Versorgung der holzverarbeitenden Industrie stabilisieren.

Für Sägewerke kann beispielsweise importiertes Rundholz interessant sein, wenn es hinsichtlich Durchmesser, Qualität, Holzart oder Lieferzeit besser zu den vorhandenen Produktionskapazitäten passt.

Bei Holzwerkstoffen und Schnittholz kommt hinzu, dass Deutschland in internationale Wertschöpfungsketten eingebunden ist. Ein Holzprodukt kann dabei mehrere Ländergrenzen überschreiten, bevor es beim Endkunden landet.

Holzexporte: Schnittholz und verarbeitete Produkte

Deutschland ist gleichzeitig Exportland für Holz und Holzprodukte. Insbesondere Schnittholz, Holzwerkstoffe, Verpackungen, Möbelbestandteile und andere verarbeitete Waren werden in europäische und außereuropäische Märkte verkauft.

Die Exportwirtschaft profitiert dabei von der starken deutschen Holzverarbeitung. Der Außenhandel beschränkt sich daher nicht auf den Verkauf von Rohstoffen. Ein Teil der importierten Rohstoffe wird in Deutschland verarbeitet und anschließend als höherwertiges Produkt wieder exportiert.

Entwicklung 2026: Was sagen die aktuellen Daten?

Für 2026 liegen bereits monatliche Außenhandelsdaten vor. Destatis stellt die Außenhandelsstatistik inzwischen direkt über GENESIS-Online bereit. Die aktuelle Datenbank enthält Monatsdaten für 2026 sowie die Möglichkeit, Ein- und Ausfuhren nach Waren und Ländern auszuwerten. (GENESIS-Online)

Auch bei den forstwirtschaftlichen Erzeugnissen sind bereits 2026-Daten verfügbar. Für Januar 2026 weist Destatis beispielsweise bei der Warengruppe „Forstwirtschaftliche Erzeugnisse“ einen Einfuhrwert von rund 36,8 Millionen Euro und einen Ausfuhrwert von rund 35,3 Millionen Euro aus. Diese Werte beziehen sich auf die breite GP26-Warengruppe und nicht auf sämtliche Waren aus Holz. (GENESIS-Online)

Damit wird deutlich, warum eine einfache Aussage wie „Deutschland importiert mehr Holz als es exportiert“ nur bei einer genau definierten Warenabgrenzung sinnvoll ist.

Unterschied zwischen Rohholz, Holzprodukten und Holzwaren

Für eine Statistik zum deutschen Holzaußenhandel sollte man mindestens drei Ebenen unterscheiden:

1. Rohholz:
Dazu gehören insbesondere Rundholz und verschiedene Rohholzsortimente.

2. Schnittholz und Halbware:
Hierzu gehören unter anderem gesägtes Holz, Furniere, Sperrholz und verschiedene Plattenprodukte.

3. Verarbeitete Holzwaren:
Diese Gruppe umfasst zahlreiche Produkte mit einer höheren Verarbeitungsstufe.

Je weiter ein Produkt verarbeitet wurde, desto weniger aussagekräftig ist eine reine Mengenbetrachtung. Ein Kubikmeter Rohholz lässt sich nicht direkt mit dem Warenwert eines daraus gefertigten Möbelstücks vergleichen.

Holzaußenhandel Deutschland 2026: Fazit

Der deutsche Holzaußenhandel ist 2026 durch enge europäische Handelsbeziehungen und eine Kombination aus Rohstoffimporten, industrieller Verarbeitung und Exporten von Holzprodukten gekennzeichnet.

Österreich, Polen und Tschechien gehören aufgrund ihrer geografischen Nähe und ihrer holzwirtschaftlichen Bedeutung zu den wichtigen Partnern. Darüber hinaus spielen Frankreich, Schweden, Finnland, die Niederlande, Italien und die Schweiz eine Rolle.

Für eine korrekte Handelsbilanz 2026 müssen allerdings die jeweiligen Warengruppen eindeutig definiert werden. Rohholz, Schnittholz, Holzwerkstoffe und fertige Holzwaren weisen unterschiedliche Handelsstrukturen auf. Zudem liegen für 2026 zum jetzigen Zeitpunkt noch keine vollständigen Jahreswerte vor. Die aktuellsten Monatsdaten sollten daher mit dem vollständigen Jahr 2025 verglichen werden.

Quellen und weiterführende Statistiken

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