Wer Holz für einen Fußboden, eine Tischplatte, Möbel oder ein Heimwerkerprojekt auswählt, stößt schnell auf den Begriff Janka-Härte. Die Janka-Skala beschreibt, wie viel Kraft erforderlich ist, um eine Stahlkugel in das Holz einzudrücken. Je höher der Wert, desto widerstandsfähiger ist die Holzart gegenüber Eindrückungen.
Doch wie hart sind eigentlich Eiche, Buche, Fichte, Kiefer oder Esche? Die folgende Holzhärte-Tabelle nach Janka gibt für 2026 einen kompakten Überblick.
Was bedeutet die Janka-Härte?
Der Janka-Härte-Test wurde entwickelt, um die Widerstandsfähigkeit von Holz gegenüber Eindrückungen zu bestimmen. Beim klassischen Verfahren wird eine Stahlkugel mit einem Durchmesser von 11,28 Millimetern bis zur Hälfte ihres Durchmessers in das Holz gedrückt.
Der dafür notwendige Kraftaufwand wird als Janka-Härte angegeben. Üblich sind die Einheiten Pound-force (lbf) und Newton (N). Ein höherer Wert bedeutet grundsätzlich, dass das Holz weniger leicht eingedrückt wird.
Die Janka-Härte ist deshalb beispielsweise bei der Auswahl von Parkett, Dielen, Arbeitsplatten oder stark beanspruchten Möbeln interessant. Sie sagt allerdings nicht automatisch etwas über sämtliche Eigenschaften eines Holzes aus. Kratzfestigkeit, Dimensionsstabilität, Elastizität und Witterungsbeständigkeit sind separate Eigenschaften.
The Wood Database: Janka Hardness
Holzhärte Tabelle: Eiche, Buche, Fichte & weitere Holzarten
Die folgenden Werte dienen als Richtwerte. Je nach Herkunft, Feuchtigkeit, Dichte, Messrichtung und konkreter Holzart können die tatsächlichen Werte abweichen.
| Holzart | Botanischer Name | Janka ca. in lbf | Janka ca. in N | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| Buche | Fagus sylvatica | 1.450 | 6.450 N | hart |
| Esche | Fraxinus spp. | 1.320 | 5.870 N | hart |
| Eiche | Quercus robur | 1.120 | 4.980 N | mittel bis hart |
| Birke | Betula spp. | 1.210–1.260 | 5.380–5.605 N | mittel bis hart |
| Ahorn | Acer saccharum | 1.450 | 6.450 N | hart |
| Lärche | Larix decidua | ca. 530 | 2.360 N | weich bis mittel |
| Kiefer | Pinus sylvestris | ca. 540 | 2.400 N | weich |
| Douglasie | Pseudotsuga menziesii | ca. 620 | 2.760 N | weich |
| Fichte | Picea abies | ca. 380 | 1.690 N | weich |
| Tanne | Abies spp. | ca. 490 | 2.180 N | weich |
| Walnuss | Juglans nigra | ca. 1.010 | 4.490 N | mittel |
| Kirsche | Prunus serotina | ca. 950 | 4.230 N | mittel |
| Teak | Tectona grandis | ca. 1.070–1.155 | 4.760–5.140 N | mittel |
| Robinie | Robinia pseudoacacia | ca. 1.700 | 7.560 N | sehr hart |
| Hickory/Pekan | Carya spp. | ca. 1.820 | 8.100 N | sehr hart |
| Wenge | Millettia laurentii | ca. 1.630 | 7.250 N | sehr hart |
| Jatoba | Hymenaea spp. | ca. 2.350 | 10.450 N | extrem hart |
| Ipe/Lapacho | Handroanthus spp. | ca. 3.640 | 16.190 N | extrem hart |
Die Werte für einzelne Holzarten können je nach Datenquelle deutlich voneinander abweichen. So wird europäische Eiche beispielsweise mit rund 1.120 lbf angegeben, während amerikanische Weißeiche bei rund 1.360 lbf liegt. Auch bei Buche finden sich je nach untersuchter Art und Quelle unterschiedliche Werte.
Eiche: Wie hart ist Eichenholz?
Eiche gehört zu den beliebtesten heimischen Hölzern für Möbel, Böden und Innenausbau. Bei der Janka-Härte liegt europäische Eiche in vielen Tabellen bei ungefähr 1.100 bis 1.200 lbf, entsprechend etwa 5.000 N.
Damit ist Eiche deutlich härter als typische Nadelhölzer wie Fichte oder Kiefer. Gleichzeitig ist sie in der Regel etwas weniger hart als Buche oder manche Ahornarten.
Vorteile von Eiche
- relativ hohe Widerstandsfähigkeit gegen Eindrückungen
- gut für stark beanspruchte Möbel
- beliebt für Parkett und Dielen
- hohe Festigkeit
- charakteristische Maserung
- vielseitig im Innenausbau einsetzbar
Eichenholz ist deshalb ein guter Kompromiss zwischen Härte, Verarbeitbarkeit und optischer Wirkung.
Buche: Härter als Eiche?
Bei der Janka-Härte liegt europäische Buche mit ungefähr 1.450 lbf beziehungsweise 6.450 N in einer höheren Kategorie als europäische Eiche.
Buche ist damit ein vergleichsweise hartes heimisches Laubholz. Das macht sie interessant für:
- Stühle
- Tische
- Arbeitsplatten
- Treppen
- Parkett
- Werkbänke
- stark beanspruchte Möbel
Die höhere Härte hat allerdings auch eine Kehrseite: Sehr harte Hölzer können bei der Bearbeitung mehr Kraft und geeignetes Werkzeug erfordern.
Fichte: Wie weich ist Fichtenholz?
Fichte gehört zu den klassischen heimischen Nadelhölzern und ist im Vergleich zu Buche oder Eiche deutlich weicher.
Für Fichte beziehungsweise Norway Spruce werden Werte um 380 lbf beziehungsweise 1.690 N angegeben. Damit liegt Fichte beispielsweise deutlich unter Eiche und Buche.
Das bedeutet nicht, dass Fichte ein schlechtes Holz ist. Im Gegenteil: Ihr geringeres Gewicht, die gute Verfügbarkeit und die einfache Bearbeitung machen sie zu einem wichtigen Konstruktions- und Möbelholz.
Fichte eignet sich unter anderem für:
- Dachkonstruktionen
- Holzrahmenbau
- Regale
- Innenausbau
- Möbel
- Verkleidungen
- einfache Heimwerkerprojekte
Für stark beanspruchte Fußböden ist ein härteres Holz häufig die bessere Wahl.
Kiefer: Härter als Fichte?
Kiefer liegt bei der Janka-Härte ebenfalls im Bereich der weicheren Hölzer. Für Waldkiefer werden etwa 540 lbf beziehungsweise 2.400 N angegeben.
Damit ist Kiefer in den genannten Vergleichsdaten härter als Fichte. Trotzdem gehört sie weiterhin zu den eher weichen Holzarten.
Die Unterschiede zwischen einzelnen Brettern können allerdings beträchtlich sein. Astanteil, Jahrringstruktur, Wachstumsbedingungen und Feuchtigkeit beeinflussen die Eigenschaften des Holzes.
Esche: Hart und belastbar
Esche gehört zu den härteren europäischen Laubhölzern. Für Weiße Esche werden beispielsweise ungefähr 1.320 lbf beziehungsweise 5.870 N angegeben.
Eschenholz wird unter anderem für Möbel, Stiele, Sportgeräte und stark beanspruchte Bauteile eingesetzt.
Seine Kombination aus Härte und guten mechanischen Eigenschaften macht Esche interessant, wenn ein Holz sowohl robust als auch vergleichsweise elastisch sein soll.
Welche heimischen Hölzer sind besonders hart?
Wer ausschließlich heimische Holzarten betrachtet, findet die höheren Janka-Werte vor allem bei verschiedenen Laubhölzern.
Eine vereinfachte Rangfolge sieht ungefähr so aus:
Robinie → Buche/Ahorn → Esche → Eiche → Birke → Lärche → Kiefer → Fichte
Diese Reihenfolge ist allerdings nur als Orientierung zu verstehen. Die konkrete Holzart, Herkunft und Messmethode können die Werte verändern.
Janka-Härte einfach erklärt
Eine praktische Einteilung kann folgendermaßen aussehen:
| Janka-Wert | Grobe Einordnung | Typische Eigenschaften |
|---|---|---|
| unter 500 lbf | sehr weich | leicht einzudrücken, gut bearbeitbar |
| 500–800 lbf | weich | relativ leicht zu bearbeiten |
| 800–1.200 lbf | mittel | guter Kompromiss aus Härte und Bearbeitbarkeit |
| 1.200–1.600 lbf | hart | widerstandsfähig gegen Eindrückungen |
| 1.600–2.000 lbf | sehr hart | hohe Belastbarkeit |
| über 2.000 lbf | extrem hart | sehr hohe Eindrückfestigkeit |
Diese Kategorien sind keine offizielle internationale Norm. Sie dienen lediglich dazu, Zahlen aus verschiedenen Holz-Härte-Tabellen leichter miteinander zu vergleichen.
Warum unterscheiden sich Janka-Werte?
Bei der Recherche nach der Holzhärte fällt auf, dass verschiedene Quellen teilweise unterschiedliche Werte für dieselbe Holzart nennen. Dafür gibt es mehrere Gründe.
1. Unterschiedliche Holzarten
„Eiche“ ist nicht gleich „Eiche“. Quercus robur, Quercus alba und Quercus rubra können unterschiedliche mechanische Eigenschaften besitzen.
2. Feuchtigkeit
Der Feuchtegehalt beeinflusst die mechanischen Eigenschaften von Holz. Deshalb werden Janka-Werte häufig unter definierten Bedingungen angegeben.
3. Dichte
Generell besteht ein Zusammenhang zwischen Holzdichte und Härte. Dichteres Holz ist häufig auch widerstandsfähiger gegen Eindrückungen.
4. Faserrichtung
Holz ist ein anisotroper Werkstoff. Es verhält sich deshalb abhängig von der Richtung der Belastung unterschiedlich.
5. Wachstumsbedingungen
Auch innerhalb einer Holzart können die Eigenschaften variieren. Alter, Standort, Wachstumsbedingungen und Jahrringstruktur spielen eine Rolle.
Janka-Härte in Newton oder lbf?
In internationalen Tabellen wird häufig lbf verwendet. In Deutschland sind Angaben in Newton beziehungsweise andere Härteprüfungen ebenfalls gebräuchlich.
Als Faustformel gilt:
1 lbf ≈ 4,45 N
Damit entsprechen beispielsweise:
- 500 lbf ≈ 2.225 N
- 1.000 lbf ≈ 4.450 N
- 1.500 lbf ≈ 6.675 N
- 2.000 lbf ≈ 8.900 N
Bei der Umrechnung sollte man beachten, dass die gerundeten Werte in verschiedenen Tabellen leicht voneinander abweichen können.
Janka-Härte und Brinell-Härte: Was ist der Unterschied?
In Deutschland findet man bei Holz häufig auch Angaben zur Brinell-Härte. Janka und Brinell sind nicht einfach zwei unterschiedliche Einheiten für exakt dieselbe Messung.
Der Janka-Test bestimmt den Kraftaufwand, der benötigt wird, um eine Stahlkugel bis zur Hälfte ihres Durchmessers in das Holz einzudrücken. Die Brinell-Prüfung basiert dagegen auf einem anderen Prüfverfahren.
Deshalb sollte man Janka-Werte nicht einfach mit Brinell-Werten gleichsetzen oder ohne Weiteres umrechnen.
Welches Holz eignet sich für welchen Zweck?
Die Janka-Härte kann eine hilfreiche Entscheidungshilfe sein.
| Einsatzbereich | Geeignete Holzarten |
|---|---|
| Möbel | Buche, Eiche, Esche, Ahorn |
| Esstisch | Eiche, Buche, Esche, Ahorn |
| Arbeitsplatte | Buche, Eiche, Ahorn |
| Parkett | Eiche, Buche, Esche, Ahorn |
| Treppen | Eiche, Buche, Esche |
| Regale | Fichte, Kiefer, Buche, Eiche |
| Dachkonstruktion | Fichte, Tanne, Douglasie |
| leichte DIY-Projekte | Fichte, Kiefer |
| stark beanspruchte Oberflächen | Eiche, Buche, Esche, Ahorn |
| besonders hohe Verschleißfestigkeit | sehr harte Tropenhölzer bzw. harte Spezialhölzer |
Die Auswahl sollte aber nicht ausschließlich nach der Janka-Härte erfolgen. Für einen Außenbereich sind beispielsweise Dauerhaftigkeit, Feuchtebeständigkeit und konstruktiver Holzschutz mindestens ebenso wichtig.
Ist härteres Holz automatisch besser?
Nein. Ein höherer Janka-Wert ist nicht grundsätzlich besser.
Weiches Holz kann für bestimmte Anwendungen sogar Vorteile haben. Fichte lässt sich beispielsweise relativ einfach sägen, bohren und bearbeiten und ist deshalb im konstruktiven Holzbau sehr beliebt.
Hartes Holz bietet dagegen Vorteile, wenn eine Oberfläche möglichst wenig eingedrückt werden soll.
Für einen Esstisch kann beispielsweise eine harte Holzart sinnvoll sein. Für eine leichte Innenverkleidung kann Fichte vollkommen ausreichend sein.
Janka-Härte bei Fußböden
Bei Parkett und Massivholzdielen ist die Janka-Härte besonders interessant. Ein höherer Wert bedeutet grundsätzlich eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber punktuellen Eindrückungen.
Allerdings sollte man bei der Auswahl eines Bodenbelags nicht nur auf die Holzart achten. Auch die Oberflächenbehandlung, die Stärke der Nutzschicht, die Konstruktion des Bodens und die tatsächliche Nutzung spielen eine Rolle.
Ein harter Holzboden kann beispielsweise trotzdem Kratzer bekommen. Die Janka-Härte ist vor allem ein Maß für die Widerstandsfähigkeit gegenüber Eindrückung, nicht für die komplette Kratz- oder Verschleißfestigkeit eines fertigen Fußbodens.
Was sagt die Janka-Härte nicht aus?
Die Janka-Zahl sollte nicht mit einer allgemeinen „Holzqualität“ gleichgesetzt werden.
Sie beschreibt insbesondere die Widerstandsfähigkeit gegen Eindrückung. Sie sagt nicht automatisch aus:
- wie kratzfest eine Oberfläche ist
- wie witterungsbeständig das Holz ist
- wie dimensionsstabil es ist
- wie schwer das Holz ist
- wie einfach es sich bearbeiten lässt
- wie elastisch das Holz ist
- wie gut es für den Außenbereich geeignet ist
- wie hochwertig ein konkretes Brett ist
Die Janka-Härte ist deshalb am besten als ein Kennwert unter mehreren zu verstehen.
Fazit: Eiche, Buche, Fichte & Co. im Janka-Vergleich
Die Holzhärte-Tabelle nach Janka zeigt deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Holzarten.
Buche gehört mit etwa 1.450 lbf zu den härteren heimischen Hölzern. Eiche liegt je nach Art und Quelle ungefähr im Bereich um 1.100 bis 1.400 lbf. Esche erreicht ebenfalls hohe Werte.
Bei den Nadelhölzern sind die Werte deutlich niedriger. Fichte liegt beispielsweise bei ungefähr 380 lbf, während Kiefer mit rund 540 lbf etwas härter ist.
Für die Praxis gilt daher vereinfacht:
Fichte < Kiefer/Lärche < Eiche < Esche/Buche/Ahorn < sehr harte Spezialhölzer
Wer Holz für Möbel, Parkett oder eine Arbeitsplatte auswählt, sollte die Janka-Härte als wichtigen Orientierungswert nutzen, aber immer gemeinsam mit Dichte, Stabilität, Feuchteverhalten, Verarbeitung und konkretem Einsatzzweck betrachten.