Drehstrom und Wechselstrom – einfach erklärt

Glühbirne Elektronik Drehstrom und Wechselstrom – einfach erklärt

Elektrischer Strom begegnet uns jeden Tag: in Lampen, Haushaltsgeräten oder Maschinen. Dabei unterscheidet man verschiedene Stromarten. Die wichtigsten sind Wechselstrom und Drehstrom. Doch was genau ist der Unterschied?


Was ist Wechselstrom?

Wechselstrom (AC – Alternating Current) ist die Stromart, die in normalen Haushalten verwendet wird.

Eigenschaften von Wechselstrom:

  • Die Richtung des Stroms ändert sich regelmäßig
  • In Europa geschieht das 50-mal pro Sekunde (50 Hertz)
  • Die Spannung schwankt zwischen einem positiven und einem negativen Wert

Beispiel:
Aus der Steckdose kommt Wechselstrom mit 230 Volt.

Warum nutzt man Wechselstrom?

  • Er lässt sich leicht transformieren (hoch- und runterspannen)
  • Er ist ideal für die Stromübertragung über große Entfernungen
  • Die Erzeugung in Kraftwerken ist technisch einfach

Was ist Drehstrom?

Drehstrom ist eine besondere Form des Wechselstroms und wird vor allem in Industrie und Technik eingesetzt.

Eigenschaften von Drehstrom:

  • Besteht aus drei Wechselströmen
  • Diese sind zeitlich um 120° phasenverschoben
  • Benötigt drei Leiter und meist einen Neutralleiter
  • Spannung zwischen zwei Phasen: 400 Volt

Beispiel:
Elektromotoren in Aufzügen, Maschinen oder E-Autos nutzen häufig Drehstrom.


Warum gibt es Drehstrom?

Drehstrom hat mehrere Vorteile:

  • Er erzeugt ein gleichmäßiges Drehfeld
  • Elektromotoren laufen ruhiger und effizienter
  • Es kann mehr Leistung übertragen werden als mit normalem Wechselstrom
  • Weniger Energieverluste bei hoher Leistung

Unterschied zwischen Wechselstrom und Drehstrom

Wechselstrom Drehstrom
1 Phase 3 Phasen
230 Volt 400 Volt
Haushalt Industrie, Maschinen
Einfacher Aufbau Höhere Leistung

Einfache Merkhilfe

  • Wechselstrom: Für Lampen, Fernseher und Steckdosen
  • Drehstrom: Für Motoren, Maschinen und starke Verbraucher

Oder anders gesagt:

Wechselstrom betreibt den Alltag – Drehstrom treibt die Maschinen an.


Zusammenfassung

  • Wechselstrom ändert ständig seine Richtung
  • Drehstrom besteht aus drei Wechselströmen
  • Drehstrom ermöglicht starke, gleichmäßige Antriebe
  • Beide Stromarten sind unverzichtbar in der modernen Technik

Drehstrom und Wechselstrom – Woher kommen die Begriffe?

Die Begriffe Wechselstrom und Drehstrom klingen zunächst technisch, beschreiben aber sehr anschaulich, wie sich elektrischer Strom verhält. Ein Blick auf die Herkunft der Wörter hilft, die Konzepte besser zu verstehen. Wer Strom berechnen möchte, findet auf dieser Seite einige nützliche Rechner.


Woher kommt der Begriff Wechselstrom?

Der Begriff Wechselstrom setzt sich aus zwei Worten zusammen:

  • „wechseln“ – etwas ändert regelmäßig seine Richtung
  • „Strom“ – Fluss elektrischer Ladungen

Wechselstrom ist also ein Strom, der seine Richtung ständig wechselt.

Warum dieser Name passt

Bei Wechselstrom bewegen sich die Elektronen nicht dauerhaft in eine Richtung, sondern:

  • sie fließen hin und her,
  • die Richtung ändert sich periodisch,
  • in Europa 50-mal pro Sekunde.

Diese Richtungsänderung ist das zentrale Merkmal – daher der Name Wechselstrom.


Woher kommt der Begriff Drehstrom?

Der Begriff Drehstrom beschreibt nicht direkt den Strom selbst, sondern seine Wirkung.

  • „drehen“ – etwas rotiert
  • „Strom“ – elektrischer Strom

Drehstrom ist Strom, der ein Drehfeld erzeugt.

Was dreht sich dabei?

Drehstrom besteht aus:

  • drei Wechselströmen,
  • die zeitlich um 120 Grad phasenverschoben sind.

Durch diese Verschiebung entsteht in Elektromotoren ein magnetisches Feld, das sich dreht.
Dieses rotierende Feld bringt den Motor zum Laufen – daher der Name Drehstrom.


Historischer Hintergrund der Begriffe

  • Wechselstrom wurde im 19. Jahrhundert entwickelt, um elektrische Energie effizient über weite Strecken zu transportieren.
  • Drehstrom entstand später, als man erkannte, dass mehrere Wechselströme zusammen besonders gut Motoren antreiben können.

Die Begriffe wurden also nicht zufällig gewählt, sondern beschreiben anschaulich das physikalische Prinzip.


Einfache Merkhilfe

  • Wechselstrom – Die Richtung wechselt
  • Drehstrom – Das Magnetfeld dreht sich

Oder kurz:

Wechselstrom wechselt – Drehstrom dreht.


Zusammenfassung

  • Der Name Wechselstrom kommt von der regelmäßig wechselnden Stromrichtung
  • Der Name Drehstrom beschreibt die Drehbewegung des magnetischen Feldes
  • Beide Begriffe sind bildhaft und helfen, das Verhalten des Stroms zu verstehen
  • Sprache und Technik sind hier eng miteinander verbunden

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