Das Handwerk in Deutschland gehört zu den zentralen Ausbildungs- und Beschäftigungsbereichen. Trotz großer Bedeutung für die Wirtschaft zeigen Statistiken, dass die Zahl der Auszubildenden im Handwerk in den letzten Jahren insgesamt leicht rückläufig oder stabil auf hohem Niveau ist – mit regionalen Unterschieden und branchenspezifischen Trends. (Statista)
Wieviele Auszubildende gibt es im Handwerk?
Rund 342.000 Auszubildende befanden sich im Jahr 2024 im deutschen Handwerk in einer dualen Berufsausbildung. Damit ist das Handwerk nach Industrie und Handel der zweitgrößte Ausbildungsbereich in Deutschland. (Statista)
Die Zahl der Lehrlinge ist im Vergleich zu früheren Jahrzehnten jedoch deutlich gesunken:
Gegenüber dem höchsten Stand in den 1990er Jahren mit über 600.000 Azubis bedeutet das einen Rückgang um etwa 34 % (Stand 2023). (Statista)
Neue Ausbildungsverträge und Abschlusszahlen
Nach Daten des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) wurden im Jahr 2024 etwa 131.300 neue Ausbildungsverträge im Handwerk abgeschlossen – ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr und ein Zeichen dafür, dass Betriebe weiterhin ausbilden. (ZDH)
Gleichzeitig bleiben viele Ausbildungsstellen unbesetzt: Laut ZDH gab es zuletzt über 20.000 freie Ausbildungsplätze, die nicht besetzt werden konnten – ein Hinweis auf Nachwuchssorgen im Handwerk. (CEDEFOP)
Trends und regionale Entwicklungen
In vielen Regionen und Gewerken zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen:
- In einigen Regionen wie Ostsachsen ist die Zahl der neu gestarteten Azubis gestiegen, z. B. um rund 8,6 % im Ausbildungsjahr 2025/2026. (DIE WELT)
- In anderen Gebieten, z. B. Nordrhein-Westfalen, sind die Ausbildungszahlen im Langzeit-vergleich rückläufig. (Handwerksblatt)
Zudem zeigen Analysen, dass die Zahl der Auszubildenden im Bau- und Ausbau-Bereich in den letzten zehn Jahren leicht zurückging (z. B. -5,5 % im Zeitraum 2014–2024), auch wenn einzelne Gewerke stabilere Trends zeigen. (gws-os.com)
Mehr Vielfalt: Ausländische Auszubildende
Die Zahl der ausländischen Auszubildenden im Handwerk ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen – z. B. um rund 72 % zwischen 2013 und 2022 in Nordrhein-Westfalen – während die Gesamtzahl der Azubis rückläufig war. (bildungsklick.de)
Ausbildungsquote und demografische Aspekte
Die Ausbildungsquote im Handwerk – also der Anteil der Auszubildenden an allen Beschäftigten – liegt im Durchschnitt bei etwa sechs Prozent in vielen Regionen (z. B. Baden-Württemberg). (handwerk-bw.de)
Die Zahlen spiegeln auch einen generellen demografischen Wandel wider: Weniger Schulabgänger und steigende Studienzahlen führen dazu, dass handwerkliche Ausbildungsplätze zunehmend schwerer zu besetzen sind. (DIE WELT)
Warum diese Statistik wichtig ist
Die Zahl der Auszubildenden im Handwerk ist ein wichtiger Indikator für die zukünftige Fachkräfte- und Wirtschaftsentwicklung.
- Ein stabiler oder steigender Ausbildungsnachwuchs hilft, den Fachkräftemangel zu bekämpfen.
- Sinkende oder unausgewogene Zahlen können langfristig zu Engpässen in wichtigen Gewerken führen, besonders in Bereichen wie Kfz-Technik, Elektronik oder Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. (Statista)
Fazit: Entwicklung im Überblick
| Kennzahl / Trend | Wert / Entwicklung |
|---|---|
| Auszubildende im Handwerk (gesamt) | ca. 342.000 (2024) (Statista) |
| Neue Ausbildungsverträge im Handwerk | ca. 131.300 (2024) (ZDH) |
| Unbesetzte Ausbildungsplätze | über 20.000 (ZDH-Angabe) (CEDEFOP) |
| Rückgang gegenüber 1990er Jahren | ca. -34 % (Statista) |
| Anteil ausländischer Azubis | Stark gestiegen (z. B. NRW: + ca. 72 %) (bildungsklick.de) |
Fazit: Zwar bildet das Handwerk in Deutschland weiterhin stark aus, doch sind Rückgänge gegenüber früheren Jahrzehnten, unbesetzte Ausbildungsstellen und regionale Unterschiede wichtige Themen. Die Gewinnung von Nachwuchs bleibt ein Schlüsselthema für die Zukunft des Handwerks – sowohl für die Fachkräftesicherung als auch für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche.
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