
Okoumé ist ein in der Holzindustrie weit verbreitetes Tropenholz, das vor allem für die Herstellung von Sperrholz und im Boots- sowie Innenausbau geschätzt wird. Aufgrund seines geringen Gewichts und seiner guten Verarbeitungseigenschaften hat es sich weltweit etabliert.
Herkunft und botanische Einordnung
Okoumé stammt überwiegend aus West- und Zentralafrika, insbesondere aus Gabun, Äquatorialguinea und Kamerun. Botanisch gehört es zur Art Aucoumea klaineana aus der Familie der Burseraceae. Der Baum kann Höhen von bis zu 40 Metern erreichen und liefert große, gleichmäßige Stämme – ideal für die Furnier- und Sperrholzproduktion.
Optische und technische Eigenschaften
Okoumé-Holz weist eine hellrosa bis rötlich-braune Färbung auf, die mit der Zeit etwas nachdunkeln kann. Die Maserung ist meist gleichmäßig und fein, was zu einer ruhigen, ansprechenden Oberfläche führt.
Typische Eigenschaften sind:
- Geringes Gewicht (ca. 430–450 kg/m³)
- Weiches bis mittelhartes Holz
- Gute Formstabilität
- Leicht zu sägen, fräsen, schleifen und verleimen
- Mäßige natürliche Dauerhaftigkeit (nicht dauerhaft ohne Schutz)
Verwendung von Okoumé
Okoumé wird selten als Massivholz eingesetzt, ist jedoch eines der wichtigsten Hölzer für Sperrholz. Typische Anwendungsbereiche sind:
- Boots- und Yachtbau (v. a. marines Sperrholz)
- Innenausbau (Wandverkleidungen, Decken)
- Möbelbau und Möbelrückwände
- Türen und leichte Konstruktionen
- Modellbau und Verpackungen
Im Bootsbereich ist Okoumé besonders beliebt, da es leicht ist und sich gut beschichten lässt (z. B. mit Epoxidharz).
Vor- und Nachteile
Vorteile:
- Sehr leicht und gut zu verarbeiten
- Gleichmäßige, dekorative Oberfläche
- Gute Verfügbarkeit als Sperrholz
- Günstiger als viele andere Tropenhölzer
Nachteile:
- Geringe natürliche Widerstandsfähigkeit gegen Pilze und Insekten
- Für den Außenbereich nur mit Schutz geeignet
- Mechanisch weniger belastbar als Harthölzer
Nachhaltigkeit und Umweltaspekte
Okoumé steht immer wieder im Fokus von Nachhaltigkeitsdebatten. Es gibt sowohl zertifizierte Bestände (z. B. FSC) als auch problematische Quellen. Für eine umweltbewusste Nutzung sollte daher auf nachhaltig zertifiziertes Okoumé-Sperrholz geachtet werden. In Gabun wurden in den letzten Jahren verstärkt Maßnahmen zur nachhaltigen Forstwirtschaft eingeführt, dennoch bleibt die Herkunft ein wichtiger Kaufaspekt.
Du lernst
Okoumé ist ein vielseitiges, leichtes und gut zu verarbeitendes Holz, das vor allem in Form von Sperrholz große Bedeutung hat. Für Anwendungen im Innenbereich oder im geschützten Außenbereich bietet es ein sehr gutes Verhältnis von Gewicht, Optik und Preis – vorausgesetzt, es stammt aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft.
Okoumé Holz – Eigenschaften im Überblick
Okoumé ist ein leichtes Tropenholz, das vor allem in der Sperrholzindustrie sowie im Boots- und Innenausbau eine wichtige Rolle spielt. Seine besonderen physikalischen und optischen Eigenschaften machen es zu einem vielseitig einsetzbaren Werkstoff, der sich gut verarbeiten lässt und ein gleichmäßiges Erscheinungsbild bietet.
Farbe und Struktur
Okoumé-Holz besitzt eine hellrosa bis lachsfarbene Tönung, die sich unter Lichteinfluss mit der Zeit zu einem rötlich-braunen Farbton entwickeln kann. Die Maserung ist fein und gleichmäßig, meist mit geradem Faserverlauf. Dadurch wirkt die Oberfläche ruhig und homogen, was Okoumé besonders für sichtbare Anwendungen attraktiv macht.
Gewicht und Dichte
Eine der prägendsten Eigenschaften von Okoumé ist sein geringes Gewicht. Mit einer Rohdichte von etwa 430–450 kg/m³ zählt es zu den leichten Hölzern. Diese Eigenschaft ist ein wesentlicher Grund für den Einsatz im Boots- und Fahrzeugbau sowie bei leichten Konstruktionen.
Mechanische Eigenschaften
Okoumé ist ein weiches bis mittelhartes Holz mit moderater Festigkeit. Es weist:
- eine geringe bis mittlere Biege- und Druckfestigkeit
- eine begrenzte Oberflächenhärte
auf.
Für tragende oder stark beanspruchte Bauteile ist es daher weniger geeignet, überzeugt jedoch bei Anwendungen, bei denen geringes Gewicht wichtiger ist als hohe mechanische Belastbarkeit.
Bearbeitbarkeit
Die Bearbeitung von Okoumé gilt als sehr einfach:
- Lässt sich gut sägen, hobeln, fräsen und schleifen
- Zeigt ein sauberes Schnittbild
- Leim- und nagelfreundlich
- Sehr gut furnier- und beschichtungsfähig
Diese Eigenschaften machen Okoumé besonders beliebt in der industriellen Weiterverarbeitung.
Dauerhaftigkeit und Beständigkeit
Natürlicherweise besitzt Okoumé nur eine geringe Dauerhaftigkeit. Es ist:
- anfällig gegenüber Pilzbefall
- wenig widerstandsfähig gegen Insekten
- nicht witterungsbeständig ohne Schutz
Für den Einsatz im Außenbereich ist daher eine Imprägnierung oder Beschichtung (z. B. Lack, Epoxidharz) zwingend erforderlich. Im Innenbereich zeigt es hingegen eine gute Beständigkeit.
Formstabilität
Trotz seiner geringen Dichte weist Okoumé eine gute Maß- und Formstabilität auf. Es arbeitet vergleichsweise wenig und neigt bei sachgerechter Trocknung kaum zum Verziehen – ein Vorteil bei Sperrholz und großflächigen Platten.
Typische Eigenschaften zusammengefasst
- Leichtes Holz
- Gleichmäßige, feine Struktur
- Sehr gut bearbeitbar
- Geringe natürliche Dauerhaftigkeit
- Gute Formstabilität
- Ideal für Sperrholz und beschichtete Anwendungen
Du lernst
Die Eigenschaften von Okoumé machen es zu einem bevorzugten Holz für leichte, formstabile und gut zu verarbeitende Bauteile. Besonders in Form von Sperrholz überzeugt es durch sein geringes Gewicht und seine homogene Oberfläche. Für den dauerhaften Einsatz im Außenbereich ist jedoch ein zuverlässiger Holzschutz unerlässlich.
Okoumé Holz – Verwendung in verschiedenen Bereichen
Okoumé ist ein leichtes Tropenholz, das vor allem aufgrund seiner guten Verarbeitungseigenschaften und seines geringen Gewichts geschätzt wird. Es wird überwiegend nicht als Massivholz, sondern in weiterverarbeiteter Form – insbesondere als Sperrholz – eingesetzt. Seine Verwendung erstreckt sich über zahlreiche industrielle und handwerkliche Bereiche.
Sperrholzherstellung
Der wichtigste Einsatzbereich von Okoumé ist die Produktion von Sperrholz. Aufgrund der gleichmäßigen Struktur und der großen, astarmen Stämme eignet sich das Holz hervorragend für die Furnierherstellung. Okoumé-Sperrholz ist leicht, formstabil und besitzt eine glatte Oberfläche, was es zu einem gefragten Werkstoff für hochwertige Platten macht.
Boots- und Yachtbau
Im Boots- und Yachtbau spielt Okoumé eine zentrale Rolle, insbesondere als sogenanntes marines Sperrholz. Hier wird es für:
- Rumpf- und Decksbeplankungen
- Innenausbauten von Booten
- Schotten und Möbel an Bord
verwendet. In Kombination mit Epoxidharz oder Glasfaserbeschichtungen entsteht ein langlebiger, leichter und stabiler Werkstoff, der den Anforderungen im maritimen Bereich gerecht wird.
Innenausbau
Okoumé findet häufig Verwendung im Innenausbau, vor allem dort, wo geringes Gewicht und eine gleichmäßige Optik gefragt sind. Typische Anwendungen sind:
- Wand- und Deckenverkleidungen
- Verkleidungselemente
- Leichte Trennwände
Durch seine helle, warme Farbgebung eignet sich Okoumé gut für moderne und freundliche Raumkonzepte.
Möbel- und Ladenbau
Im Möbelbau wird Okoumé vor allem für:
- Korpusse
- Rückwände
- Schubladen
- furnierte Möbelteile
eingesetzt. Auch im Laden- und Messebau ist das Holz beliebt, da es leicht zu transportieren und gut zu bearbeiten ist.
Türen- und Plattenindustrie
Okoumé wird häufig in der Türenherstellung verwendet, beispielsweise für:
- Türblätter
- Mittellagen
- Abdeckfurniere
Seine Formstabilität und das geringe Gewicht tragen zu einer einfachen Verarbeitung und einem angenehmen Handling bei.
Modellbau und Spezialanwendungen
Dank seines geringen Gewichts und der einfachen Bearbeitbarkeit wird Okoumé auch im:
- Modellbau
- Prototypenbau
- Verpackungsbau für empfindliche Güter
verwendet. Hier stehen Präzision und einfache Verarbeitung im Vordergrund.
Einschränkungen bei der Verwendung
Für den ungeschützten Außenbereich ist Okoumé nur bedingt geeignet. Aufgrund seiner geringen natürlichen Dauerhaftigkeit muss es dort zwingend durch geeignete Beschichtungen oder Imprägnierungen geschützt werden. Ohne entsprechenden Holzschutz kann es schnell zu Feuchte- oder Pilzschäden kommen.
Du lernst
Die Verwendung von Okoumé-Holz konzentriert sich vor allem auf leichte, nicht hoch belastete Konstruktionen, bei denen gute Bearbeitbarkeit, Formstabilität und ein geringes Gewicht gefragt sind. Besonders als Sperrholz ist Okoumé ein vielseitiger Werkstoff für Bootsbau, Innenausbau, Möbel- und Plattenindustrie – vorausgesetzt, der Einsatzbereich entspricht seinen materialtypischen Eigenschaften.
Okoumé Holz – Härte und mechanische Belastbarkeit
Die Härte eines Holzes ist ein entscheidendes Kriterium für seine Einsatzmöglichkeiten. Okoumé zählt zu den weichen bis mäßig harten Hölzern und wird daher vor allem dort verwendet, wo geringes Gewicht und gute Bearbeitbarkeit wichtiger sind als hohe mechanische Widerstandsfähigkeit.
Einordnung der Holzhärte
Im Vergleich zu vielen anderen Tropenhölzern weist Okoumé eine relativ geringe Härte auf. Es gehört nicht zu den klassischen Harthölzern wie Teak, Iroko oder Mahagoni, sondern wird eher im Bereich der Weich- bis Mittelhölzer eingeordnet.
Die geringe Härte ist einer der Gründe, warum Okoumé überwiegend als Sperrholz und weniger als Massivholz eingesetzt wird.
Brinell- und Janka-Härte
Zur Bewertung der Holzhärte werden häufig standardisierte Prüfverfahren herangezogen:
- Brinell-Härte: ca. 12–15 N/mm²
- Janka-Härte: etwa 3.000–3.500 N
Diese Werte verdeutlichen, dass Okoumé:
- leicht eindrückbar ist
- empfindlicher gegenüber Druckstellen und Kratzern reagiert
- nicht für stark beanspruchte Oberflächen geeignet ist
Auswirkungen der geringen Härte
Die vergleichsweise niedrige Härte hat sowohl Vorteile als auch Nachteile:
Vorteile:
- Sehr einfache Bearbeitung mit Hand- und Maschinenwerkzeugen
- Geringer Werkzeugverschleiß
- Saubere Schnittkanten und gute Oberflächenqualität
- Ideal für Fräs-, Biege- und Furnierarbeiten
Nachteile:
- Empfindlich gegenüber mechanischer Belastung
- Nicht geeignet für stark beanspruchte Böden, Treppen oder Arbeitsflächen
- Druckstellen können bei punktueller Belastung schnell entstehen
Härte im Zusammenhang mit Einsatzbereichen
Aufgrund seiner Härte eignet sich Okoumé besonders für:
- Innenausbau mit geringer Beanspruchung
- Bootsbau, sofern das Holz beschichtet oder laminiert ist
- Möbelinnenkonstruktionen, Rückwände und Korpusse
- Leichtbaukonstruktionen
Für Anwendungen mit hoher Abrieb- oder Stoßbelastung ist Okoumé hingegen weniger geeignet, es sei denn, die Oberfläche wird durch Lacke, Harze oder Beschichtungen zusätzlich geschützt.
Einfluss von Beschichtungen
Durch den Einsatz von:
- Epoxidharzen
- Mehrschichtlacken
- Furnier- oder Laminatauflagen
kann die Oberflächenhärte von Okoumé deutlich verbessert werden. Besonders im Boots- und Fahrzeugbau wird dies gezielt genutzt, um die mechanischen Schwächen des Holzes auszugleichen.
Du lernst
Die Härte von Okoumé-Holz ist vergleichsweise gering, was es zu einem leicht zu bearbeitenden, aber mechanisch empfindlichen Werkstoff macht. Seine Stärken liegen nicht in hoher Belastbarkeit, sondern in Leichtigkeit, Formstabilität und Verarbeitungsfreundlichkeit. Mit geeigneten Beschichtungen lässt sich Okoumé jedoch auch für anspruchsvollere Anwendungen erfolgreich einsetzen.
Okoumé Holz – Herkunft und geografischer Ursprung
Okoumé ist ein bekanntes Tropenholz, dessen Herkunft eng mit den Regenwaldgebieten West- und Zentralafrikas verbunden ist. Aufgrund seiner gleichmäßigen Holzstruktur und der guten Verarbeitbarkeit hat es insbesondere in der internationalen Holz- und Sperrholzindustrie große Bedeutung erlangt.
Geografische Herkunft
Der Okoumé-Baum wächst fast ausschließlich in einem begrenzten Gebiet Afrikas. Die wichtigsten Herkunftsländer sind:
- Gabun (Hauptverbreitungsgebiet)
- Äquatorialguinea
- Kamerun
- teilweise Republik Kongo
Besonders Gabun gilt als das Zentrum der Okoumé-Vorkommen. Ein großer Teil des weltweit gehandelten Okoumé-Holzes stammt aus diesem Land, wo der Baum einen wesentlichen wirtschaftlichen Stellenwert besitzt.
Botanische Einordnung
Okoumé stammt von der Baumart Aucoumea klaineana, die zur Familie der Balsambaumgewächse (Burseraceae) gehört. Diese Art kommt natürlicherweise nur in Afrika vor und ist somit endemisch für diese Region. Die Bäume können Höhen von bis zu 30–40 Metern erreichen und bilden gerade, zylindrische Stämme mit großen Durchmessern.
Natürlicher Lebensraum
Der natürliche Lebensraum des Okoumé-Baumes sind:
- tropische Tieflandregenwälder
- feucht-warme Klimazonen
- nährstoffreiche, gut durchlässige Böden
Okoumé wächst häufig in Rein- oder Mischbeständen und zählt zu den wirtschaftlich wichtigsten Baumarten der zentralafrikanischen Wälder.
Gewinnung und Verarbeitung vor Ort
In den Herkunftsländern wird Okoumé überwiegend industriell genutzt. Die Stämme werden meist:
- vor Ort entrindet und zugeschnitten
- zu Furnieren geschält
- oder als Rundholz exportiert
In vielen Regionen Afrikas erfolgt bereits die Weiterverarbeitung zu Sperrholz, um mehr Wertschöpfung im Ursprungsland zu erzielen.
Handel und Export
Okoumé-Holz wird hauptsächlich für den internationalen Export produziert. Die wichtigsten Absatzmärkte sind:
- Europa
- Asien
- Nordamerika
Dort wird es vor allem als Okoumé-Sperrholz im Boots-, Möbel- und Innenausbau verwendet.
Nachhaltigkeit und Herkunftsnachweis
Die Herkunft von Okoumé-Holz ist ein wichtiges Thema im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit. Neben konventioneller Forstwirtschaft gibt es auch:
- zertifizierte Forstbetriebe (z. B. FSC)
- staatlich regulierte Einschlagsysteme, insbesondere in Gabun
Beim Kauf von Okoumé-Produkten ist es empfehlenswert, auf nachvollziehbare Herkunftsnachweise und Zertifizierungen zu achten, um eine verantwortungsvolle Nutzung der natürlichen Ressourcen zu unterstützen.
Du lernst
Die Herkunft von Okoumé-Holz ist klar auf die tropischen Regenwaldregionen West- und Zentralafrikas beschränkt, mit Gabun als wichtigstem Lieferland. Dank seiner regionalen Verfügbarkeit, guten Holzeigenschaften und industriellen Bedeutung hat sich Okoumé weltweit etabliert. Eine bewusste Auswahl zertifizierter Produkte trägt dazu bei, die wertvollen Waldökosysteme der Herkunftsregionen langfristig zu erhalten.