Statistik Holzbau Deutschland 2026: Marktanteil, Entwicklung und wichtige Kennzahlen

Statistik Holzbau Deutschland 2026 Marktanteil, Entwicklung und wichtige Kennzahlen

Der Holzbau gewinnt in Deutschland weiter an Bedeutung. Trotz der schwierigen Lage am Bau und der insgesamt niedrigen Zahl an Baufertigstellungen konnte der Holzbau seinen Anteil am Neubau erneut steigern. Die aktuelle Holzbau-Statistik 2026 zeigt damit einen langfristigen Trend: Holz wird zunehmend nicht nur bei Einfamilienhäusern, sondern auch bei Mehrfamilienhäusern, Gewerbebauten und anderen Nichtwohngebäuden eingesetzt.

Die wichtigsten aktuellen Zahlen stammen aus dem Lagebericht 2026 von Holzbau Deutschland, der die Entwicklung des Zimmerer- und Holzbaugewerbes anhand von Daten des Statistischen Bundesamtes und weiteren Branchenkennzahlen analysiert.

Holzbauquote Deutschland 2026

Eine der wichtigsten Kennzahlen ist die Holzbauquote. Sie gibt an, welcher Anteil der genehmigten Gebäude überwiegend in Holzbauweise errichtet werden soll.

Im Jahr 2025 erreichte die Holzbauquote beim Wohnungsneubau in Deutschland 24,4 Prozent. Damit wurde erneut ein Höchststand erreicht. Zum Vergleich: 2005 lag der Anteil noch bei lediglich 12,3 Prozent. Innerhalb von zwei Jahrzehnten hat sich der Anteil damit nahezu verdoppelt.

Jahr Holzbauquote Wohngebäude
2005 12,3 %
2010er Jahre deutlich unter 20 %
2024 24,1 %
2025 24,4 %

Die Statistik macht deutlich, dass der Holzbau langfristig Marktanteile gewinnt. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Holzbauquote auf genehmigten Gebäuden basiert und nicht mit dem Anteil tatsächlich fertiggestellter Gebäude gleichgesetzt werden darf.

Holzbau im Wohnungsbau

Besonders interessant ist die Entwicklung im Wohnungsneubau. Während der gesamte deutsche Wohnungsbau zuletzt stark unter hohen Baukosten, Finanzierungskosten und einer schwachen Nachfrage litt, konnte der Holzbau seinen relativen Anteil weiter ausbauen.

2025 wurden in Deutschland insgesamt nur rund 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 18 Prozent weniger als im Vorjahr und zugleich der niedrigste Wert seit 2012.

Gleichzeitig zeigen die Genehmigungszahlen 2026 wieder eine Erholung. Von Januar bis Juli 2026 wurden insgesamt 148.800 Wohnungen in neuen und bestehenden Gebäuden genehmigt. Das entspricht einem Plus von 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Neubau von Wohngebäuden stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen sogar um 13,5 Prozent.

Für den Holzbau bedeutet das grundsätzlich ein günstigeres Marktumfeld. Wenn sich die Zahl der Neubauprojekte wieder erhöht und der Holzbau seinen aktuellen Marktanteil hält oder weiter steigert, dürfte die Zahl der Holzbauprojekte ebenfalls wachsen.

Holzbauquote bei Nichtwohngebäuden

Auch außerhalb des klassischen Wohnungsbaus spielt Holz eine immer größere Rolle. Dazu gehören beispielsweise Bürogebäude, Produktionshallen, landwirtschaftliche Gebäude, Schulen und andere gewerblich oder öffentlich genutzte Bauwerke.

Nach den aktuellen Angaben von Holzbau Deutschland lag der Anteil der genehmigten Nichtwohngebäude in Holzbauweise 2025 bei rund 24,9 Prozent. Damit befindet sich auch dieser Bereich auf einem hohen Niveau.

Bereits 2024 hatte die Holzbauquote bei genehmigten Nichtwohngebäuden laut dem damaligen Lagebericht 25,4 Prozent erreicht. Besonders relevant ist dabei der industrielle Bereich: Bei industriellen Betriebsgebäuden war über die Jahre ein deutlicher Anstieg des Holzanteils zu beobachten.

Holzbau Deutschland: Anzahl der Betriebe und Beschäftigte

Der Holzbau ist nicht nur eine Bauweise, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftszweig. Der Lagebericht 2026 weist für das Jahr 2025 insgesamt 12.033 Betriebe und 74.957 tätige Personen im Zimmerer- und Holzbaugewerbe aus.

Die Zahl der Betriebe ging dabei leicht zurück, während die Beschäftigtenzahl geringfügig zunahm. Das deutet auf eine weiterhin relativ stabile Branchenstruktur hin.

Für das Jahr 2025 weist Holzbau Deutschland außerdem einen Umsatz von 10,242 Milliarden Euro für die Zimmereibetriebe aus. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete dies einen Umsatzanstieg von 2,9 Prozent.

Tabelle: Holzbau Deutschland 2026

Kennzahl Aktueller Wert
Holzbauquote Wohnungsneubau 2025 24,4 %
Holzbauquote Nichtwohnbau 2025 24,9 %
Holzbauquote Wohngebäude 2005 12,3 %
Betriebe Zimmerer-/Holzbaugewerbe 2025 12.033
Tätige Personen 2025 74.957
Umsatz Zimmereibetriebe 2025 10,242 Mrd. €
Umsatzentwicklung 2025 +2,9 %
Fertiggestellte Wohnungen Deutschland 2025 206.600
Veränderung Fertigstellungen 2025 -18,0 %

Die Branchenzahlen stammen aus dem Lagebericht 2026 von Holzbau Deutschland; die Wohnungsbauzahlen aus der Bautätigkeitsstatistik des Statistischen Bundesamtes.

Warum wächst der Holzbau?

Für die zunehmende Verbreitung des Holzbaus gibt es mehrere Gründe. Ein wichtiger Faktor ist die Möglichkeit, Bauteile weitgehend vorzufertigen. Dadurch können bestimmte Bauprozesse schneller und präziser durchgeführt werden.

Hinzu kommt die zunehmende Bedeutung des mehrgeschossigen Holzbaus. Holz wird längst nicht mehr ausschließlich für Dachstühle, Einfamilienhäuser oder kleinere Anbauten verwendet. Moderne Holzbausysteme ermöglichen auch größere Wohn- und Zweckgebäude.

Auch die Diskussion um CO₂-Emissionen, Ressourcenverbrauch und eine möglichst klimafreundliche Bauwirtschaft stärkt das Interesse an Holz als Baustoff. Allerdings sollte die ökologische Bewertung eines Gebäudes immer den gesamten Lebenszyklus berücksichtigen – von der Holzgewinnung über Produktion und Transport bis zur Nutzung und späteren Wiederverwendung beziehungsweise Entsorgung.

Holzbau 2026: Marktanteil dürfte weiter relevant bleiben

Die aktuellen Zahlen sprechen für eine langfristige Etablierung des Holzbaus im deutschen Bauwesen. Besonders bemerkenswert ist, dass die Holzbauquote trotz der allgemeinen Krise im Wohnungsbau weiter gestiegen ist.

Gleichzeitig sollte man zwischen Marktanteil und absoluter Zahl der Bauprojekte unterscheiden. Wenn der gesamte Wohnungsbau schrumpft, kann der prozentuale Holzanteil steigen, obwohl insgesamt weniger Gebäude in Holzbauweise entstehen.

2026 zeichnet sich beim Wohnungsbau allerdings eine Verbesserung der Genehmigungszahlen ab. Von Januar bis Juli lagen die Genehmigungen für Neubauwohnungen 13,5 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Sollte sich diese Erholung fortsetzen und die Holzbauquote von rund 24 Prozent stabil bleiben, könnte der Holzbau in Deutschland in den kommenden Jahren auch absolut wieder stärker wachsen.

Fazit zur Holzbau-Statistik 2026

Die Holzbau-Statistik Deutschland 2026 zeigt einen bemerkenswerten langfristigen Trend. Der Anteil der genehmigten Wohngebäude, bei denen überwiegend Holz verwendet wird, erreichte 2025 mit 24,4 Prozent einen neuen Höchststand. Gleichzeitig beschäftigt das Zimmerer- und Holzbaugewerbe rund 75.000 Menschen in mehr als 12.000 Betrieben.

Damit hat sich Holz vom klassischen Baustoff für Dachstühle und kleinere Wohnhäuser zu einem wichtigen Bestandteil des modernen Bauwesens entwickelt. Besonders der mehrgeschossige Wohnungsbau, Gewerbebauten und industrielle Gebäude eröffnen zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten.

Für 2026 ist außerdem die Erholung bei den Baugenehmigungen relevant. Sie könnte dem gesamten Baugewerbe und damit auch dem Holzbau neue Impulse geben.

Quellen und weiterführende Informationen

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